Pai in der Regenzeit, Teil II

Dies ist der zweite Teil unseres Reiseberichtes zum Tagesausflug in Pai. Um den ersten Teil zu lesen bitte hier klicken.

Das kleine Pai Tal erscheint fast Endlos in seiner Größe.

Das kleine Pai Tal erscheint fast Endlos in seiner Größe.

Die Brücke über den Pai Fluss

Nachdem wir wir nach unserem Besuch in Twins Elephant Camp aufgebrochen waren, fuhren wir die Landstrasse weiter. Diese Strasse führt im Bogen um Pai herum, entlang an weiteren Camps und mit einem herrlichen blick über die Reisfelder im Tal. Noch bevor man die Route 1095 erreicht, kann man nochmals links abbiegen und einen Nationalpark mit einer grossen heissen Quelle welche einen oberirdischen Fluss bildet besuchen.
Wir hatten jedoch schon gebadet und diese Quellen auch schon des öfteren besucht, deshalb fuhren wir weiter bis wir die Route 1095 erreicht hatten. Direkt auf dieser Haupverkehrsstrecke liegt die alte, von den Japanern erbaute Stahlbrücke, welche über den Pai Fluss führt.

Schon vor aber vor allem während des zweiten Weltkrieges hatten die Japaner versucht ihre Handelszonen auszuweiten. Im Zuge dieser Ausdehnung entstanden mehrere Projekte welche Burma, Thailand und Malaysia wirtschaftlich und verkehrstechnisch verbinden sollte. Ein weltweit bekanntes Projekt war die Todesstrecke am River Kwai, welche unter widrigen Verhältnissen von Kriegsgefangenen und thailändischen Arbeitern erbaut wurde. Auch die Brücke in Pai wurde im Zuge eines solchen Projekts erbaut und steht bis Heute.

Die erste stabile Brücke über den Pai Fluss

Die erste stabile Brücke über den Pai Fluss

Die Brücke wirkt gigantisch gross, und wären nicht Löcher in dem Brückenboden, welcher aus Holzplanken erstellt wurde, könnte man diese Brücke sicherlich noch nutzen. Sehenswert ist jedoch neben der Konstruktion der Flusslauf des Pai Rivers. Wie aus dem nichts erscheint der Fluss aus einer Biegung und strömt unter der Stahlbrücke hindurch. An dieser Stelle erkennt man, mit welcher Geschwindigkeit der Pai Fluss das Tal durchquert, und versteht auf einmal, warum es in vergangener Zeit so schwierig war den sonst so ruhig wirkenden Fluss zu überqueren.
Die Japaner erkannten die Bedeutung einer grossen stabilen Brücke und erbauten diesen Stahlkoloss um den Transpotweg nach Chiang Mai zu verkürzen. Bis dahin wurden sämtliche Transporte um den Doi Intanon, über Mae Hong Son und Mae Sariang nach Chiang Mai unternommen. Diese Route dauerte aber meist mehrere Tage.
Diese Brücke ermöglichte es den Bewohner des Tales einfacher die Stadt Chiang Mai zu erreichen.

Nachdem wir die Brücke abgegangen waren, die Eisenkonstruktion genauestens in Augenschein genommen hatten und sämtliche Löcher im Boden inspiziert hatten ging es weiter.

Natürlich wollten wir die Seitenstrassen, Abseits des verkehrstechnischen Treibens befahren, und so zweigten wir schon bald wieder nach rechts ab. Die kleine Landstrasse führte uns nun durch Thai - und Shan Siedlungen, entlang der kleinen Reisparzellen welche so typisch für das Pai Tal sind.

Bisher hatte uns der Regen verschont, so dass wir einen angenehmen und sonnigen Tag erleben durften. Der Himmel hatte sich von dem morgendlichen grau in ein strahlendes Blau verwandelt, welches bin und wieder von weissen Wolkenschwaden durchzogen wurde.

Wir fuhren weiter, genauer gesagt zurück in das Städtchen Pai um dort unser Mittagessen einzunehmen. Die Sonne stand hoch und war sehr grosszügig im Verteilen ihrer Wärme und deshalb waren wir froh in einer Schattigen Küche am Strassenrand eine gute Mahlzeit einzunehmen.

Westlich von Pai

Ein alten Stadttor aus vergangenen Tagen

Ein alten Stadttor aus vergangenen Tagen

Wir hatten zuvor gehört das Pai vormals nicht an dieser Stelle erbaut wurde, sonder etwa 3 km weiter Flussaufwärts. Natürlich wollten wir zu diesem Ort, denn unser Drang Neues bzw. Altes zu entdecken musste gestillt werden.
Pai wurde ursprünglich von Shan Völkern in einem Ort der heute Ban Wiang Nuea heisst gegründet. Bei Auseinandersetzungen mit den Thai wurde dieser Ort vollständig zerstört. Dennoch bestand die Hoffnung noch Reste der Stadt zu entdecken. Deshalb machten wir uns schon bald wieder auf den Weg in der Hoffnung zumindest ein paar kulturelle Einflüsse zu entdecken.

Das Dorf Wiang Nuea gibt es immer noch und es scheint wieder zu wachsen. Der Unterschied besteht darin das heute fast nur Thai in diesem Dorf am Rande von Pai leben. Dennoch sieht man in der Bauweise der Häuser den Einfluss der Shan. Es gibt auch Shan Tempel zu sehen und viele der Dächer sind in der für Shan typischen Bauart erstellt. Und schliesslich entdeckten wir ein Stadttor, welches ursprünglich hier erbaut wurde. Es sieht sehr alt aus, doch wir vermuten einmal das dieses Tor schon mehrmals renoviert wurde. Trotzdem weißt die Tafel an dem Stadttor auf die ehemalige Siedlung der Shan hin.

Wir fuhren durch das Stadttor und folgten der Strasse bis wir wieder einmal den Pai Fluss erreichten. Auch hier kam der Fluss aus einer Biegung, doch hier wirkte der Fluss lange nicht so mächtig wie zuvor an der Eisenbrücke. Es hatte eher den Anschein als sei der Pai Fluss hier wesentlich ruhiger in seinem Fussbett, welches von grünen Ufern gesäumt ist. Doch bei näherer Betrachtung erkennt man das auch hier der Fluss regelmäßig über seine Ufer tritt und alles mitreißt was sich ihm in den Weg stellt.

Im seichten Wasser des Pai Rivers konnten wir zwei Arbeiter beobachten welche Kieselsteine per Hand aus dem Flussbett hervorhoben. Die Steine dienen zum Schmücken der Wände und die etwas wertvolleren Steine werden zu Schmuck verarbeitet. Der Fluss ist so stark, dass er schon über viele Jahre immer wieder neue Steine aus den Bergen mitbringt. Es scheint als sei die Halbedelstein Produktion von einem endlosen Nachschub noch für viele Jahre versorgt.

Wir konnten ein paar Steine identifizieren, obwohl wir sicherlich keine Experten darin sind. Neben den Malachit Halbedelstein fanden wir noch Quarz Steine und fast schon klare Kristalle. Unser Freund meinte er hätte schon richtig schön geschliffene Steine im Fluss gefunden.

Doch das Wasser des Pai Fluss ist kalt und so wollen die Thai diese Arbeit meist nicht verrichten. Die Immigranten aus Burma, welche von der dortigen Diktatur fliehen, scheinen für diese Arbeit jedoch bestens geeignet, und so sieht man in unmittelbarer Nähe zu dieser Stelle eine armselige Siedlung in welcher die burmesischen Flüchtlinge leben.

Schon bald steigt die Strasse etwas an, und unser Weg entfernte sich vom Fluss. Immer wieder lies die üppige Vegetation einen Blick in das Tal erhaschen, doch genaueres konnte man nicht erkennen, da während der Regenzeit die Gräser und Büsche doch sehr hoch auswuchern.

Kurz bevor wir die Hauptstrasse, welche von Pai nach Mae Hong Son führt erreichten kamen wir noch an dem neu ausgebauten Flughafen von Pai vorbei. Noch vor Jahren war es eher ein Flugfeld, mit einer unbefestigten Landebahn, doch heute landen zweimal täglich Flugzeuge auf dem kleinen Flughafen der Stadt.

Rund um Pai zeigt sich die atur in ihrem saftigsten Grün

Rund um Pai zeigt sich die atur in ihrem saftigsten Grün

Wir wahren also westlich um Pai herum gefahren und hatten doch einiges gesehen, obwohl man das so gar nicht erwartet hatte. Bisher hatte auch das Wetter mitgespielt und der Tag war voller Eindrücke.
Unser Führer und Freund meinte wir sollten nun in die westliche Gegend des Pai Tal fahren, denn diese hätten wir bisher noch gar nicht erkundet. Wir waren doch überrascht wie grossflächig dieses Tal ist, zumal man die Berge in unmittelbarer Nähe sieht.

Östlich von Pai

Noch vor der ersten Kreuzung in Pai bogen wir von der Hauptstrasse ab und fuhren einen Weg entlang, welcher ständig leicht in die Berge anstieg.

Nach etwa 7 km erreichten wir den Tempel Nam Huh. Dieser Tempel ist in Thailand sehr bekannt, weil darin eine Buddha Statue aufbewahrt ist aus welcher eine Quelle hervortritt. Dieses Phänomen sieht man nicht überall, und deshalb ist dieser Tempel einen Pflichtbesuch für die meisten Thai wert.
Leider konnten wir die Statue nicht besuchen, da an diesem Tag ein so genannter Buddha Tag war und das Gebäude zu diesem buddhistischen Feiertag verschlossen bleibt. Buddha Tage gibt es einmal pro Woche. Diese richten sich nach den Mondphasen und beschreiben den Vollmond, den Neumond und die zu und abnehmenden Phasen.
Wir werden deshalb beim nächsten Besuch in Pai darauf achten, und dann diese Statue für Sie photographieren.

Fährt man die Strasse, welche zum Tempel führt weiter erreicht man am Ende des Tales einen Wasserfall, welcher seine Besucher zum planschen in seinem erfrischenden Wasser auffordert. Viele Touristen rutschen über die Felsen in die untere Wanne des Wasserfalls, und dieses ausgelassene Vergnügen scheint allen Besuchern ausgesprochen viel Spaß zu bereiten.
Selbst wenn man mehrere Stunden an diesem Wasserfall verbringt scheint es niemals langweilig zu werden. Doch wir waren schon späht dran und wollten noch vor, bzw. zum Sonnenuntergang auf den Hügeln des Pai Canyon sein.

Der Pai Canyon

Wir fuhren nun doch sehr direkt zum Pai Canyon, bisher hatte das Wetter gut gehalten und der Himmel versprach einen farbenprächtigen Sonnenuntergang. Der Zugang zum Canyon liegt wieder einmal direkt an der Route 1095. Das heißt hier ist der geräumig erstellte Parkplatz, so gross dass sogar große Touristenbusse darauf parken könnten. Glücklicherweise sieht man diese Art der Massenabfertigung nur sehr selten in Pai.

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Vom Parkplatz auf den Berg braucht man etwa 10 bis 15 Minuten zu Fuß. Wir nahmen eine Abkürzung über einen ausgetretenen Waldpfad, denn selbst unser Freund wusste nicht, dass die Behörden einen gut zugänglichen Aufstieg gebaut hatten. Oben angekommen wurde er nochmals überrascht, denn auf den Gipfel wurde eine weitere Hochplattform erbaut, welche die Aussicht noch über die Bäume hinweg garantieren sollte. Nun sollte man nur noch die Bäume stutzen 😉 !

Doch für uns sollte diese Aussichtsplattform keine Rolle spielen, denn wir wollten auf den schmalen Graden der Bergrücken umherwandern und die Pfade erkunden, noch bevor die Sonnen untergeht. Schon bald mussten wir jedoch feststellen, dass einige Stellen nur durch sehr schwierige Klettertouren zu erreichen sind, also beschränkten wir uns nur auf das einfachere Erkunden des Canyon. Die Schluchten sind nicht allzu tief, doch in eine der Schluchten abzustürzen scheint keine gesunde Idee zu sein.
Der Pai Canyon wurde von den vielen, üppigen Regenfällen gebildet, denn mit jeder neuen Regenzeit entsteht eine neue Form. Das Wasser bahnt sich seinen Weg durch das brüchige Gestein und hinterlässt beeindruckend tiefe Wasserrinnen in diesem. Etwa 10 bis 20 Meter tiefer wachsen Zedern auf dem felsigem Untergrund und erreichen fast den Felsgrad auf dem man gerade steht.

Dazwischen erkennt man immer wieder einen neuen Grad welcher rötlich in der Ferne glänzt. Die Aussicht war berauschend, und die Sonne verbarg sich hinter den Bergen welche das Tal umgeben. Und pünktlich zum Sonnenuntergang erschienen die grossen Wolken am Himmel. Dicht und schwer hingen sie am Horizont und liessen nichts gutes erwarten. Und so ging die Sonne langsam unter ohne ihre letzten Strahlen über das phänomenale Panorama zu verstreuen. Ein romantischer Sonnenuntergang wäre wohl doch zuviel für diesen Tagesausflug in der Regenzeit gewesen.

Die letzten Sonnenstrahlen am Pai Canyon

Die letzten Sonnenstrahlen am Pai Canyon

Dennoch, wir erlebten einen sonnigen Tag, welcher nur hin und wieder von kleinen Wolkenschwaden getrübt wurde, aber vor allem, wir blieben trocken bis die Dunkelheit über uns hereinbrach. Und mit der Dunkelheit kam der Regen, welcher uns wieder einmal eine herrlich kühle Nacht verschaffte.

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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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