Hochwasser in Chiang Mai – 2011

Der Mae Ping tritt über seine Ufer

Die erweiterten Ufer des Mae Ping Flusses

Die erweiterten Ufer des Mae Ping Flusses

Irgendwie kam die Nachricht überraschend, andererseits wiederum nicht. Gegen Mittag kam die Durchsage über die Dorflautsprecher, dass der Mae Ping sehr schnell ansteigt, dass gewisse Schulen in der Stadt evakuiert werden und das mit Hochwasser zu rechnen ist.

Eigentlich hätte es niemanden überraschen dürfen, denn es regnet seit Monaten überdurchschnittlich häufig und viel in Thailand. Andere Provinzen sind seit Wochen überflutet, doch Chiang Mai blieb seit Jahren von Überschwemmungen verschont.
Das letzte Hochwasser lag bereits 6 Jahre zurück, und die Menschen in Thailand vergessen oftmals, und besonders die unangenehmen Dinge, sehr schnell.

Wir wollten es genau wissen und fuhren mit dem Motorrad an den nahe gelegenen Ping Fluss. Der Mae Ping ist die Wasserader durch die Stadt Chiang Mai hindurch. In früheren Zeiten wurde sämtlicher Handel zwischen Bangkok und Chiang Mai auf dem Mae Ping Fluss abgewickelt. Heute sieht man nur noch selten Schiffe mit Waren auf dem Mae Ping Fluss, denn der Fluss führt zu wenig Wasser für die großen Schiffe.
Nur Fischerbote und schwimmende Restaurants für Chiang Mai Touristen sind auf dem Fluss unterwegs.
Und dieser sonst so verträumt wirkende Fluss war plötzlich schnell, ja wirkte sogar bedrohlich mit all dem Treibgut welches der Fluss mit sich führte. Doch hier bei uns, etwa 5 km außerhalb der Stadtmitte, war der Mae Ping noch weitgehendst in seinem Flussbett.

Natürlich wollten wir es genau wissen und fuhren in die Stadtmitte, doch auch da gab es noch keine Anzeichen dass der Fluss seinen vorgegebenen Lauf erweitern wolle.

Es sollte noch etwa 3 Stunden dauern, bis der Mae Ping schließlich an der Nawarat Brücke sein Flussbett verlies. Und bereits eine weitere Stunde später flutete er die Straßen des nahe gelegenen Nightbazaar.
Manche Händler hatten schon am Nachmittag vorgesorgt und Sandsäcke vor die Türen gestapelt, doch das Wasser stieg so schnell an, dass gegen 20:00 Uhr die 50 cm Sandbarriere nicht mehr ausreichen sollte. Das Wasser schwappte in die Läden der Anrainer und so mancher Besitzer eines Geschäftes braucht nun wohl neue Teppiche.

Für die meisten Einwohner in Chiang Mai, schien das Hochwasser eher eine willkommene Abwechslung zu sein. Ja, es machte sogar den Eindruck, dass viele Menschen gekommen waren um dem Spektakel beizuwohnen. Sogar fliegende Händler boten Snacks in den noch nicht überfluteten Straßen an.
Manche Geschäftsinhaber setzten sich vor ihre Türe und schauten bei ein paar Drinks dem Treiben der Fluten zu. Zu ändern war es ja doch nicht mehr.

Die großen Hotels am Nightbazaar fuhren Ihre Gäste auf Pickup Taxis und LKW's aus den gefluteten Straßen, oder brachten die Gäste in einer Art Shuttle Service wieder zurück in das Hotel. Alles verlief sehr ruhig und ohne jeglicher Aufregung bei der Bevölkerung. Es war sogar weniger Polizei unterwegs als sonst, und auch die Feuerwehr schien nicht richtig zu wissen was zu tun sei.

Der Wasserstand des Mae Ping an der Nawarat Brücke

Der Wasserstand des Mae Ping an der Nawarat Brücke

Das Wasser des Mae Ping stieg noch bis 4:00 Uhr früh, des nächsten Tages und erreichte 4.91 Meter. Das waren dann doch 1.75 Meter mehr als in der Nacht zuvor.
Am nächsten Tag lachte wieder die Sonne und lies den Wasserstand weiter sinken. Jedoch wurden Gebiete weiter südlich von Chiang Mai noch heftiger getroffen. Dort wird es mit Sicherheit etwas länger dauern, bis der Mae Ping wieder in seinem gewohnten Bett verweilt.

Unser Mitgefühl gilt all denjenigen, welche wegen einer Laune der Natur einen Schaden erlitten haben. Wir wünschen diesen Menschen alles Gute und das der Schaden sich nur auf nicht existenzielle und materielle Dinge beschränkt hält.

 


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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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