Demokratiebewegung in Thailand

Ein Tag den jeder Thai vergessen machen möchte

Der 1976 amtierende Premierminister Seni Pramoj

Der 1976 amtierende Premierminister Seni Pramoj

Der 6. Oktober 1976 war ein schwarzer Tag in der Geschichte der Demokratisierung in Thailand. Über das Geschehen an diesem Tag wird in Thailand geschwiegen, Einträge in den Geschichtsbüchern sucht man vergebens. Es ist ein Tag den es so nicht gibt.

In Schulbüchern wird das Geschehen an diesem Tag nicht geschildert und andere Schriften berichten in neutralen Schilderungen über eine Revolte und über Studenten welche nach den Ereignissen in die Berge flohen und seither verschwunden sind.

Das einzige Buch welches die Geschehnisse an diesem Tag ausführlich beschreibt, ist ein Bericht der Thammasat Universität in Bangkok. Die Genehmigung zur Veröffentlichung des Buches unterliegt jedoch dem Bildungsausschuss, welcher alle Bücher in Thailand sichtet und zensiert. Das Buch über den 6. Oktober 1976 ist bisher noch nicht veröffentlicht.

Die Ereignisse vom 6. Oktober 1976

Als im Jahre 1976 die rechts orientierte Führungspartei den seit 1973 im Exil lebenden Feldmarschall Thanom wieder in Thailand empfing (siehe „Thailand im politischen Wandel), fühlte sich die thailändische Bevölkerung von den Machthabern in Bangkok hintergangen. Die Studenten provozierte Feldmarschall Thanoms Ankunft in Mönchsgewändern noch mehr als jede politische Einschränkung, durch die Rechte Partei Thailands, zuvor. Doch der eigentliche Höhepunkt war ein Photo des Kronprinzen, wobei der Königssohn von den Studenten gehängt werden soll. Das dieses Photo eine Fälschung war, stellte sich erst Jahre später heraus. Doch die Mehrheit der thailändischen Bevölkerung, glaubte das dieses Photo echt sei und forderte eine Bestrafung der Studenten.

Am 6.Oktober 1976 vier- bis fünftausend Studenten demonstrieren auf dem Campus der Thammasat Universität gegen die Rückkehr des Diktators Thanom Kittikachorn. Schon während der Nacht wurde der Campus von Militärkräften und der Polizei umstellt. Die Eingänge wurden verschlossen und es gab kein entkommen aus dem Universitätsgelände. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits vereinzelte Auseinandersetzungen zwischen den Studenten und der Staatsgewalt. Um 5:30 Uhr begann die Attacke des Militärs. Es wurden Maschinengewehre eingesetzt und Granaten explodierten. Es war nur zu offensichtlich das die Studentendemonstration nicht nur eingedämmt werden sollte, sondern die Studenten außerdem demoralisiert und entwürdigt wurden. Neben dem Einsatz von Kriegswaffen wurden Studenten öffentlich hingerichtet, geschlagen, verbrannt und misshandelt. Es wurde von Vergewaltigungen weiblicher Studentinnen berichtet. Die festgenommenen Studenten mussten sich nackt ausziehen und über die Straße zu den Polizeiwagen kriechen. Dabei wurden Sie von den Polizisten und Militärs geschlagen und getreten.

Die Toten Körper der Studenten wurden der jubelnden Masse im Thammasat Universität Park präsentiert. Spätestens jetzt war es offensichtlich, dass die Propaganda der Rechten Partei das thailändische Volk erreicht und beeinflusst hatte. Alle Beteiligten und Beobachter des Massakers waren überzeugt, dass die Studenten der Inbegriff des Bösen sind, also für den Kommunismus stehen, gegen den Buddhismus sind und gegen die Monarchie.

Am Ende des Massakers teilte die Regierung in einer offiziellen Stellungnahme mit, das 46 Studenten getötet wurden und das eine ungenaue Anzahl an Studenten vermisst werde. Dennoch blieb das Militär bei der Aussage, dass die Studenten eine kommunistische Bedrohung gegen das Land seien.

nach dem Massaker vom 6. Oktober 1976

nach dem Massaker vom 6. Oktober 1976

Nach dem Massaker vom 6. Oktober 1976 vereinigten sich viele Studenten in der PLAT (Popular Liberation Army Thailand) und führten ihren Kampf bis zu ihrer Amnestie in den Achtziger Jahren fort.


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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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