Aufarbeitung der Tragödien

Soziale Aufarbeitung der Geschichte

Das Mahnmal zu Ehren der getöteten Studenten

Das Mahnmal zu Ehren der getöteten Studenten

Am 14. Oktober 2001, enthüllte der damalige Premierminister von Thailand, Thaksin Shinawatra, das Mahnmal in Gedenken an die Ereignisse vom 6. Oktober 1976.

Während seiner Ansprache, erweckte der Premierminister den Eindruck, als wolle er mitteilen, dass über die damaligen Geschehnisse nicht mehr gesprochen werden sollte. Es sollten vielmehr die aktuellen Probleme des Landes bewältigt werden, als das man den Menschen aus der Vergangenheit nachtrauert.

Seit 25 Jahren, versuchen die führenden Politiker die Diskussion der beiden Ereignisse von 1973 und 1976 zu beenden. Die Mehrheit der thailändischen Bevölkerung akzeptiert diesen Versuch insgeheim. Sie glauben dass die Ereignisse und speziell das Ereignis vom 6. Oktober 1976, aus der Geschichte Thailands verschwinden sollten.

Dabei gibt es jedoch zu bedenken, dass solange die thailändische Gesellschaft versucht diesen Problemen auszuweichen, desto schwieriger wird es diesen Konflikt aufzuarbeiten und zu bewältigen.
In der thailändischen Kultur und in ihrer Vergangenheit, gab es seither keinerlei Reaktionen und Anstrengungen diese oder ähnliche Geschehnisse aufzuarbeiten. In solchen Fällen hatten bisher immer die Könige die entsprechenden Regelungen und Veränderungen durchgeführt.
Doch speziell bei dem Ereignis vom 6. Oktober 1976 konnte auch der König nicht eingreifen. Und dies sollte der Bevölkerung zeigen, dass der König nicht immer in das Geschehen des Staates eingreifen kann.

Der Diktator Sarit Thanarat

Der Diktator Sarit Thanarat

Dabei war Gewalttätigkeit immer ein Bestandteil aller Generationen in Thailand. Jedoch wird dieser Fakt gern vergessen und in den Schulbüchern wird nicht darüber berichtet.
Statt dessen wird den Thai konstant erzählt wie friedlich die Thai Nation ist.
Dabei bevorzugen die Thai einen Konflikt eher radikal und endgültig zu lösen. Die Mehrheit der Thai Bevölkerung schwärmt auch Heute immer noch für den vormaligen Premierminister und Diktator Sarit Thanarat (1958 – 1963), weil dieser das Land mit Härte regiert und zu einem gewissen Ansehen geführt hatte.

Während seiner Amtszeit gehörte es zu den Bräuchen der Polizei, dass ein Verbrecher ohne Verurteilung erschossen oder gehängt wurde. Viele Thai unterstützten dieses Vorgehen der Staatsgewalt.

Noch im Januar 2000, als politische Karen Flüchtlinge aus Burma ein Krankenhaus in Ratchaburi besetzten, stürmte die Polizei das Krankenhaus. Anschließend wurden die toten Körper der Rebellen präsentiert. Es gab nie eine entsprechende Klärung der Ereignisse oder gar ein Gerichtsverfahren.

Oder man nehme die jüngsten Ereignisse aus dem Jahre 2010 als Beispiel heran. Eine genaue Klärung der Ereignisse werden dem Volk nicht präsentiert. Und dennoch erfährt das Volk was es erfahren muss und soll.

Bis ins Jahr 2010 noch politisch aktiv Samak Sundaravej

Bis ins Jahr 2010 noch politisch aktiv Samak Sundaravej

Während einem Interview mit CNN erklärte der ehemalige Premierminister Samak Sundaravej der Welt, dass während der Ereignisse vom 6. Oktober 1976 nur eine Person ums Leben gekommen sei. Dies ist schlicht eine Lüge gegenüber der Welt und natürlich gegenüber den Thai. Herr Samak hat sich den Angehörigen der Opfer, aber auch gegenüber jedem Zuhörer als respektlos erwiesen. Selbst als der CNN Reporter Herrn Samak die offizielle Zahl der Toten (46 tote Studenten) vorlegte blieb Samak bei seiner Aussage.
Dabei weiß Herr Samak genau was an diesem Tag passiert ist, denn am 6. Oktober 1976 spielte er eine Schlüsselrolle. Er war an der Planung des Einsatzes beteiligt.

Die politischen Führer Thailands ändern die Geschichte Thailands immer und immer wieder zu ihren Gunsten. Doch jetzt wäre es an der Zeit die groben Lügen und Ungenauigkeiten zu beenden.
Denn nur mit der Aufarbeitung und dem Verstehen der eigenen Geschichte wären die Thai in der Lage ein besseres demokratisches System zu gestalten.


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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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