Abhisit Vejjajiva

Abhisit Vejjajiva, ein designierter thailändischer Regierungschef?

Abhisit Vejjajiva

Abhisit Vejjajiva

Abhisit Vejjajiva ist ein gut aussehender junger Mann, aber ist er auch ein guter Regierungschef?
Zweifel gibt es nicht erst seit dem 15. Dezember 2008, dem Tag an dem er zum 27. Ministerpräsidenten Thailands gewählt wurde.

Trotz seines Ehrgeizes blieb kaum ein thailändischer Politiker in den vergangenen Jahren so farblos wie Abhisit. Seit der Übernahme des Parteivorsitzes fiel ihm zu den wichtigen politischen Themen kaum etwas ein. Den Militärputsch im Jahr 2006 nahm er achselzuckend hin. "Wir wollen keine Unruhe stiften", rechtfertigte Abhisit sich.
Mit seiner Wahl zum thailändischen Ministerpräsidenten erntet er die Früchte des Schweigens, denn das in Thailand nach wie vor einflussreiche Militär hatte sich für ihn als neuen Regierungschef ausgesprochen.

Auch seine Handlungen während seiner zurückliegenden Amtszeit, deuten eher darauf hin, dass er die Zweiklassengesellschaft Thailands weiterhin bevorzugt, als dass er versucht hätte, die breite Bevölkerungsschicht der armen Landbevölkerung mit Reformen zu beeindrucken.

Die Person und den Politiker Abhisit beschreibt Panithan Wattanayagorn von der Chulalongkorn - Universität folgendermaßen:

Geringe Entscheidungsfreude und eine uneindeutige politische Haltung könnte sich gegen ihn kehren." Doch wird ihm auch angerechnet, dass er in der skandalträchtigen Politik Thailands eine relativ unbefleckte Karriere vorzuweisen hat.

Abhisit Vejjajiva wurde in Newcastle, Großbritannien, am 3. August 1964 geboren.
Er besuchte das Eton College sowie die Oxford University und beendete sein Studium mit Auszeichnung als Bachelor der Philosophie, Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaften.
Für kurze Zeit lehrte er danach an der Königlich Thailändischen Chulachomklao-Militärakademie, kehrte aber nach Oxford zurück, um seinen Mastertitel in Wirtschaftswissenschaften zu erwerben.
Außerdem erhielt er von der Ramkhamhaeng-Universität im Jahre 1990 einen Bachelortitel in den Rechtswissenschaften.

Abhisit betritt die politische Bühne

Im Jahre 1992 trat Abhisit in die älteste Partei Thailands die Demokratische Partei Thailand ein. Er wurde im Alter von 27 Jahren als jüngstes Mitglied in das Parlament gewählt.

Seit 2001 versuchte er die Parteiführung zu übernehmen, unterlag jedoch immer wieder seinen parteipolitischen Gegnern. Erst im Jahre 2005 gelang es ihm, die Parteiführung zu erlangen, nachdem Banyat Bantadtan zweimal die Wahl gegen Thaksin Shinawatra verloren hatte.

Am 25. Februar 2006 erklärte Abhisit Vejjajiva, dass er bereit sei Premierminister in Thailand zu werden. Doch bereits am nächsten Tag boykottierte er die ausgerufenen Wahlen (lesen Sie dazu bitte unser Portrait zu Thaksin Shinawatra).
Abhisit versuchte die im Lande eskalierende Situation durch nationale und internationale Gespräche zu bereinigen.

Am 15. Dezember 2008 wurde Abhisit vom Parlament zum 27. Premierminister Thailands gewählt.
Seine Wahl wurde jedoch auf Grund des vorangegangenen Militärputsch und der Mehrheit des eigentlichen Wahlsiegers, der PPP, als nicht demokratisch dargestellt.
Daraufhin kam es immer wieder zu politischen Demonstrationen und zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Rot Hemden und der politischen Führung. Während der letzten Unruhen im Jahre 2009 in Bangkok, hat Abhisit mit seinem ruhigen Verhalten die Situation lange unblutig gehalten. Erst auf Druck politischer Freunde und des Militärs wurde die Situation letztendlich gewaltsam beendet. Es gab Zahlreiche Tote und unzählige Festnahmen. Die politischen Führer der PPP sind ins Ausland geflüchtet oder inhaftiert worden.

In Anbetracht der eskalierenden Gewalt im Süden Thailands versprach Abhisit, die dortigen Aufstände muslimischer Separatisten dadurch anzugehen, das Thema in der politischen Tagesordnung ganz nach oben zu setzen, was bis heute jedoch nicht von Erfolg gekrönt werden konnte.

Insgesamt muss man sagen, dass Abhisit Vejjajiva einen blassen und vor allem unentschlossenen Eindruck, während seiner Amtszeit hinterließ.
Großartige Veränderungen hat er keine herbeigeführt und das Volk ist nach wie vor gespalten. Nur kann man nun nicht mehr erkennen, wer welche politische Farbe vertritt, denn Uneinigkeit herrscht in beiden Lagern (lesen Sie - Sind die Thai eine gespaltene Gesellschaft?).

Einig ist man sich nur in einem, Abhisit Vejjajiva machte es auch nicht besser.

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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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