Thailand – Reisebericht – Phayao

Phayao – liebenswert, modern und noch verschlafen

Ngagas bewachen den Kwan Phayao

Ngagas bewachen den Kwan Phayao

Eingebettet zwischen den industriestarken Städten Chiang Rai, Lampang und Chiang Mai befindet sich die Provinzhauptstadt Phayao. Die Stadt erstreckt sich am südlichen Ufer entlang des Kwan Phayao, einem fischreichen See welcher die Hauptwasserversorgung der Stadt und der anliegenden Bezirke ist. Der See ist mit einer Gesamtfläche von etwa 12.000 Rai (ca. 2.000 Hektar) der größte künstliche See im Norden Thailand.
Noch wirkt die Stadt Phayao verschlafen und unterscheidet sich nur wenig von anderen Provinzhauptstädten in Thailand.

Doch der erste Eindruck täuscht. Taucht man erst einmal in das Leben der Stadt ein, erfährt man ganz schnell, dass diese noch junge Provinzhauptstadt mit kleinen aber gleichmäßigen Schritten in einer viel versprechenden Zukunft ankommen wird.

Doch dazu am Ende unseres Artikels über Phayao. Zunächst wollen wir versuchen unsere Eindrücke von Phayao zu vermitteln und Ihnen ein paar Fakten reichen.

Die Statue des in Phayao verehrten Pho Khun Ngam Muang

Die Statue des in Phayao verehrten Pho Khun Ngam Muang

Phayao Geschichte

Phayao wurde im 11. Jahrhundert von Chiang Saen aus gegründet. Der damalige König von Chiang Saen erkannte schon damals die strategisch und landschaftlich gute Lage zwischen den Bergen Doi Luang (1697 m), Doi Khun Mae Fat (1550 m) und Doi Khun Mae Tam (1330 m). In seiner jungen Geschichte wurde Phayao, welches damals noch den Namen Phu Kam Yao trug, ein kleines eigenständiges Königreich, welches sich jedoch zu keiner Zeit an Einfluss und Macht besonders hervor tat. Meist wurde Phayao von den umliegenden Königreichen besetzt oder zumindest in seinem handeln stark eingeschränkt. Die meisten Könige und Stadthalter aus Phayao bevorzugten es, auf diplomatischen Weg die anstehenden Konflikte zu lösen.

Model - Handwerker aus vergangenen Tagen

Model - Handwerker aus vergangenen Tagen

Die frühe Volkswirtschaft im Königreich Phayao

Die landschaftliche Form und der Wasserreichtum, welcher durch drei große und wichtige Flüsse, dem Mae Nam Ing, dem Mae Tam und dem Mae Nam Lag gesichert war, ermöglichten den Bewohnern eine Vielzahl von handwerklichen Tätigkeiten.
Die flachen Gebiete um die Stadt ermöglichten einen ausgiebigen Reisanbau und verhalfen so der Stadt zu einem eigenständigen Reichtum.
Doch es konnte auch ein erheblicher Gewinn durch die Töpferei und Keramikproduktion verbucht werden. Keramik aus Phayao war neben dem Königreich Lampang eine der wichtigsten Produktionen. Die Porzellanprodukte unterschieden sich vor allem durch die stabile Herstellung und gröber wirkende Produkte. Das lag sicherlich nicht an den mangelnden handwerklichen Fähigkeiten, sondern eher an der in Phayao vorkommenden, gröberen Erde.
Bildhauerei, hergestellt von den Steinmetzen aus Phayao, war ebenfalls sehr begehrt. Die Handwerkskunst verschaffte dem Königreich einige Beachtung in den umliegenden, militärisch wesentlich stärkeren Reichen.

Auf dem Kwan Phayao sind Motorbote verboten. Es wird noch gerudert.

Auf dem Kwan Phayao sind Motorbote verboten. Es wird noch gerudert.

Phayao Heute

Um 1338 wurde Phayao dem Lanna Königreich eingegliedert und verlor dadurch erstmals seinen autonomen Status. Dafür konnte es sich dem Schutz und der Macht des Lanna Reiches sicher sein. Kleine kriegerische Auseinandersetzungen, meist mit den Shan Reichen, überstand Phayao trotz einiger erheblicher Niederlagen unbeschadet und stärkte dadurch gleichzeitig seinen Einfluss im Lanna Reich.

Der Inthakin (Gründerstein) der Stadt Phayao

Der Inthakin (Gründerstein) der Stadt Phayao

1897 wurde Phayao in die Provinz Chiang Rai eingegliedert und erlitt dadurch erhebliche wirtschaftliche Nachteile, zumal die Gewinne aus den Produktionen vorzugsweise in Projekte der Stadt Chiang Rai investiert wurden. Dennoch wurde im Jahre 1939 der Kwan Phayao See angelegt, welcher die Wasserversorgung der Provinz sicherte.
Erst im Jahre 1977 wurde Phayao im Zuge einer Gebietsreform eine eigenständige Provinz. Diese späte Autonomisierung der Provinz hat deutliche Spuren hinterlassen. Phayao wirkt etwas zurückgeblieben, unterentwickelt, verfügt es doch über keinen eigenen Flughafen, fehlt in weiten Teilen der Provinz immer noch eine ausgewogene Infrastruktur, und Phayao verfügt kaum über nennenswerte Industriegüter. Lediglich der Reisanbau und in kleinem Maße die Seidenproduktion sorgen für ein geringes Einkommen der einfach wirkenden Bevölkerung.

Touristische Attraktionen wurden erst in den letzten Jahren entdeckt und von den zuständigen Behörden der Provinz Phayao erschlossen.
Wer jetzt weiter liest, wird überrascht sein wie viele und vor allem sehenswerte Gebiete in der Provinz Phayao auf seine touristische Entdeckung warten.

Wer Thailand auf etwas weniger touristisch bekannten Routen besuchen will, sollte unbedingt die Provinz und die Stadt Phayao bereisen, denn es gibt kaum eine Provinz welche durch ihr spätes Erwachen, die touristischen Attraktionen in seiner Ursprünglichkeit so schön bewahrt hat wie Phayao.

Lesen Sie weiter:

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1. Kwan Phayao
2. Das Heimat Museum
3. Der Si Khom Kham Tempel
4. Der Wat Chomtong
5. Das Pho Khun Ngam Monument
6. Das See Aquarium

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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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