Thailand – Bus oder Bahn

Unterwegs mit Bus und Bahn

etwas romantischer als Bus und Bahn ist die Rikscha :-)

etwas romantischer als Bus und Bahn ist die Rikscha ūüôā

Mit dem Bus oder der Bahn quer durch das Land zu reisen scheint schon verlockend, zumal die Busse komfortabel ausgestattet sind und die Z√ľge √ľber ger√§umige Schlafabteils verf√ľgen. Das alles, verglichen mit Europa oder der USA, noch zu √§u√üerst g√ľnstigen Preisen.

Doch leider sind die beiden Transportmittel nicht nur g√ľnstig sondern auch sehr unzuverl√§ssig.

Unser Bekannter und Inhaber der Chenthay Travel h√§tte es eigentlich besser wissen m√ľssen. Mit dem Bus oder der Bahn in Thailand zu reisen birgt Risiken in sich. So kam es wie es kommen musste und Khun Chao war hilflos den Umst√§nden ausgeliefert.

Gl√ľcklicherweise ist das nicht immer so, dennoch kann es jeden zu jederzeit treffen, und man kann nichts dagegen tun.
Lesen Sie den Erlebnisbericht von Khun Chao, einem Insider in Thailand, der wie so viele andere immer wieder versucht die guten und schönen Seiten Thailands aufs Neue zu entdecken.

So `ne Busfahrt die ist lustig … und so `ne Zugfahrt auch

Eigentlich schw√∂re ich ja so gut wie nie, aber: In Thailand werde ich k√ľnftig weder per Bus noch mit der Bahn fahren, sofern sich eine andere M√∂glichkeit auftut.

Wir hätten mit einem unserer eigenen Fahrer von Pattaya nach Chiang Mai fahren können.
Wir hätten auch fliegen können. Und wir hätten auch mit der Bahn fahren können.

Busbahnhof, Vorbereitung zur Abfahrt des Nachtbusses

Busbahnhof, Vorbereitung zur Abfahrt des Nachtbusses

Aber nein: Wir hatten uns entschieden, den Nachtbus zu nehmen. Nicht, weil der g√ľnstiger war, sondern weil wir landestypisch unterwegs sein wollten, und auf der Strecke von Ubon Ratchathani nach Pattaya so gute Erfahrungen mit diesem Transportmittel gemacht hatten.

Wir schrieben den 03.08.2010. - Das lösen der Fahrkarte (schon am Vormittag am Busbahnhof in Pattaya) stellte kein Problem dar.

Gegen 19:00 Uhr fanden wir uns dann zur Abfahrt ein und das √ľberaus freundliche Personal der Buslinie checkte unsere Koffer sehr behutsam ein.

Die Abfahrt erfolgte p√ľnktlich um 19:30 Uhr, und der erste Eindruck war einfach super.

Kurz nachdem der Bus losgefahren war, hie√ü uns die Reisebegleitung der Buslinie willkommen: "Meine Damen und Herren, ich begr√ľ√üe Sie im Namen von NCA sehr herzlich auf der Fahrt von Pattaya nach Chiang Mai. Ihre Sicherheit ist uns sehr wichtig. Daher haben wir f√ľr die gesamte Stecke 3 Fahrer an Bord, die sich abwechseln werden."

"Wow, drei Fahrer," dachte ich ... und "Ihre Sicherheit ist uns wichtig."
Hm: Sollte sich in Thailand so viel zum Positiven gewandelt haben?

Es ging also auf die Autobahn. Wir waren keine 10 Minuten gefahren, erreichten wir den ersten Stau. Der Grund: Ein Sattelschlepper mit einem (mindestens 10 Meter langen) Schiff hatte wohl die falsche Auffahrt gew√§hlt, und stand entgegen unserer Spur. Auf der Gegenseite standen schon 2 Riesenkr√§ne bereit, um das Gef√§hrt auf die andere Autobahnseite zu hieven. ... Sah imposant aus. Viele sch√∂ne blaue und gelbe Lichter, dutzende Polizisten und Helfer standen sehr eifrig herum und warteten wohl darauf, dass einer ihnen sagten, was sie als n√§chstes zu tun h√§tten ... Leid tat mir eigentlich nur der Depp, der als Geisterfahrer ca. 5 Kilometer zur√ľckgelegt hatte, denn der wird wohl seines Lebens nicht mehr froh.

Weiter ging die Fahrt. Wir passierten Bangkok. Kurz hinter der Hauptstadt hat sich dann unser Busfahrer verfahren (!). Glaubt es oder nicht, es ist Tatsache. Wir sitzen in einem öffentlichen Bus, und ein Fahrer verpasst die richtige Abfahrt, nämlich Bang Pa-In.

Buddha sei Dank bemerkte er seinen Fehler ca. 400 Meter sp√§ter, aber was jetzt folgte, das l√§sst jedem, der Thailand nicht kennt, die Haare zu Berge stehen: Der Bus wurde auf dem ca. 1 Meter breiten Randstreifen zum Stehen gebracht; und auf eben jenem super-schmalen Standstreifen rollte der Bus dann die ganze Strecke r√ľckw√§rts bis zur Ausfahrt Bang Pa-In.
Dort f√§delte der Fahrer sich dann in einem wirklich riskanten Man√∂ver in die √úberholspur ein und das erste Abenteuer war √ľberstanden.

Das zweite lie√ü aber nicht lange auf sich warten: Wir passierten Bang Pa-In, fuhren an Ayutthaya vorbei, und kurz dahinter hielt unser Bus dann wieder auf einem der super schmalen Standstreifen unter einer Autobahnbr√ľcke.

"Gut," dachte ich, als sich die beiden Ersatzfahrer, die ebenfalls vorne saßen, erhoben: "wird nun wohl der 1. Fahrerwechseln folgen."

Aber eigentlich h√§tte ich es mir denken k√∂nnen und besser wissen m√ľssen, denn ich bin ja nicht das erste Mal in Thailand unterwegs.
An einen Fahrerwechsel war nicht zu denken. - Im Gegenteil: Die beiden Fahrer, welche bisher noch nicht in Aktion zu erleben waren, verabschiedeten sich √ľberschw√§nglich von unserem bisherigen Fahrer (diese Zeremonie dauerte bestimmt mehr als 10 Minuten), und entschwanden in Richtung Autobahn√ľberf√ľhrung. (Hatten wohl etwas Wichtigeres zu tun, als Ihren Job wahrzunehmen ... Vielleicht lockte ja eine Feier mit Bier und Whisky).

Was soll ich noch viel schreiben; das Ende wird wohl jetzt jeder erraten: Unser erster Fahrer sollte auch der Letzte bleiben. Er fuhr die gesamte Strecke alleine. Zwar rutsche er die letzten zwei Stunden, weil er kaum noch sitzen konnte, von einer Backe auf die Andere, aber wir erreichten unser Ziel ohne weitere Zwischenf√§lle p√ľnktlich gegen 07:00 Uhr am n√§chsten Morgen.

Bleibt noch anzumerken, dass ich wohl der einzige war, der diese Nacht (außer unserem Fahrer) im Bus wach verbrachte.

Sinn und Zweck unserer Reise in den Norden Thailands war es, uns mit dem dortigen Leiter unseres Partnerb√ľros zu treffen, und eine neue Tour f√ľr unsere Reisefreunde zu erkunden.

Unser Start der mehrt√§gigen Rundreise war, wie sollte es anders sein, in Chiang Mai. Auf der Stra√üe der "1.800 Kurven" f√ľhrte uns der Weg von Chiang Mai nach Mae Hong Son; vorbei endlosen Reisefeldern, hei√üen Quellen und einer Tropfsteinh√∂hle, die man - wenn gen√ľgend Wasser vorhanden - auch per Bambusfloss durchqueren kann.
Weiter ging es von Mae Hong Sorn nach Mae Chaem, bevor es dann am folgenden Tag √ľber Thailands h√∂chsten Berg (den Doi Inthanon) zur√ľck nach Chiang Mai geht.

Die n√§chste Station unserer Inspektionsreise sollte Bangkok sein. - Konsequent wie wir nun mal waren, buchten wir auch hierf√ľr keinen Flug, der uns in gut einer Stunde ans Ziel gebracht h√§tte, sondern den Nachtzug.

Ich kann es Euch versichern: "So `ne Zugfahrt die ist lustig, so `ne Zugfahrt die ist schön", ... solange sie nicht in Thailand stattfindet.

Gebucht hatten wir Chiang Mai -> Bangkok, 1. Klasse, Nachtzug, am 09.08.2010. Abfahrt 16:30 Uhr mit Ankunft in Bangkok an nächsten Morgen um 06:40 Uhr.

Mit dem Nachtzug unterwegs - Restaurant und Schlafwagen inklusive

Mit dem Nachtzug unterwegs - Restaurant und Schlafwagen inklusive

Soweit die Theorie.

Unser B√ľroleiter in Chiang Mai hatte uns schon mit einem hinterh√§ltigen, verschmitzt-mildem L√§cheln gewarnt: "Ich w√ľnsche Euch eine gute Reise. Und wenn Ihr dann vielleicht so um 9 Uhr in Bangkok angekommen seid, dann ruft mich mal an!"

Verdammt, wieso sollte er Recht behalten?

Die Abfahrt war wieder - wie schon beim Bus - √ľberaus p√ľnktlich, aber das einzige, was ich als Positivum vermelden kann ist, dass wir heil in Bangkok ankamen, und dass man im Speisewagen rauchen darf (auch das ist wieder Thai-Logik: In ganz Thailand gilt dort, wo Speisen serviert werden -also selbst an den Gark√ľchen auf der Strasse- Rauchverbot, das bei Missachtung mit 2.000 THB bestraft wird ... sorry, bestraft werden soll).

Nur nicht in "unserem" Zug.

Dort standen im Speisewagen ganz offiziell Aschenbecher auf den Tischen, die reichlich genutzt, bzw. gef√ľllt wurden.

Aber zur√ľck zur Fahrt: Ca. 10 Minuten hinter Lampang hielt unser Zug in v√∂lliger Dunkelheit urpl√∂tzlich auf einspuriger Strecke mitten in der Wildnis und bei totaler Dunkelheit an. Links eine steile B√∂schung und dann Bambuswald; rechts Reisfelder, die man schemenhaft beim Blick aus den Fenstern erkennen konnte.

Die Uhr tickte immer weiter: 10 Minuten, 20 Minuten, 30 Minuten. Keiner wusste wieso wir hier anhielten. Selbst das wirklich freundliche, aber zu bedauernde Zugpersonal, war mit der Kl√§rung dieser Frage √ľberfordert.

Draußen lief ab und zu jemand mit einer weißen Taschenlampe am Zug vorbei. Das war aber auch schon alles, was zu sehen war.

Nach 55 Minuten ging dann endlich ein Ruck durch den Zug und wir fuhren wieder ... allerdings r√ľckw√§rts ... Nach einer weiteren guten viertel Stunde erreichten wir wieder Lampang.

Nachdem wir dort eine Weile auf dem Abstellgleis standen, klingelte mein Telefon und unser B√ľroleiter aus Chiang Mai meldete sich fr√∂hlich: "Hallo, Khun Chao, wie geht's, wo seid ihr?"

Als ich ihm die Story, die bis dahin geschehen war, erzählte, kam er aus dem Lachen nicht mehr heraus. ... Grund seines Anrufs war aber ein anderer: Wir sollten doch einmal in unserem Koffer nachsehen, denn das Hotel, in dem wir gewohnt hatten, hätte ihn angerufen, da man vom Zimmern 222 die Wäsche der Gäste vermisse.

Im ohnehin schon engen Abteil (der 1. Klasse!) öffneten wir also unseren Koffer und siehe da, außer unserer gereinigten Wäsche fanden wir auch noch die der beiden Zimmer 222 und 223 (wie sich dann später in Bangkok herausstellte, befand sich in unserer gereinigten Wäsche auch noch ein Hemd, das uns gar nicht gehörte).

Wir vereinbarten, die W√§sche nach Ankunft in unserem B√ľro in Bangkok zu deponieren. Dort sollte sie dann am n√§chsten Tag vom Hotel (das einer Kette angeh√∂rt welche in Bangkok auch ein Haus betreibt) abgeholt, und nach Chiang Mai zur√ľckgebracht werden.

Nochmals zur√ľck zu unserer wundersch√∂nen Zugfahrt: In Lampang raste zuerst der entgegenkommende Zug aus Bangkok an uns vorbei. Wenig sp√§ter dann √ľberholte uns auch noch der erst sp√§ter in Chiang Mai gestartete "Nachtexpress" nach Bangkok.

Wohl um uns zu beruhigen, ruckte unser Zug in Abst√§nden von jeweils etwa einer halben Stunde drei Meter vor und zur√ľck (sollte wohl hei√üen: "Man k√ľmmert sich um Euch.") und nach cirka 2 weiteren Stunden nahm der Zug dann wieder Fahrt auf, um sich den Weg nach Bangkok "zu suchen".

Was soll ich noch lange Schreiben?

Wir erreichten Bangkok rund 3,5 Stunden sp√§ter als geplant (sehr zur Freude all derer, die noch einen Flug h√§tten erreichen m√ľssen, und die schon seit Stunden schimpfend wie die Rohrspatzen auf das Zugpersonal einredeten, was aber letztendlich auch nichts geholfen hatte.)

Fazit:

Wo immer es in Thailand geht, solltet ihr das Flugzeug nutzen, oder aber einen der CHENTHAYTRAVEL-Transfers buchen (es sei denn, ihr habt viel Zeit und liebt das Abenteuer).

Ach ja: Die oben kurz beschriebene Rundreise in Nordthailand (welche √ľbrigen ohne nennenswerte Zwischenf√§lle verlief und traumhaft sch√∂n war) k√∂nnt ihr ab sofort nat√ľrlich bei CHENTHAYTRAVEL buchen. Weitere CHENTHAYTRAVEL-Touren rund um Chiang Mai sind hier zu finden. Auch eine Gruppenreise ab/an Deutschland mit festen Terminen k√∂nnen wir anbieten. Einfach mal anklicken und in den Angeboten schnuppern.

Bis zum nächsten Mal
Euer Khun Chao
(Der Artikel stammt von Khun Chao, Bilder Bus und Bahn sind ebenfalls Eigentum von Chenthaytravel)

Anmerkung:

Wir k√∂nnen dem Bericht von Khun Chao nur zustimmen und empfehlen ebenfalls mit dem Flugzeug die l√§ngeren Strecken zur√ľckzulegen.
Zu Khun Chao m√∂chten wir noch folgendes zum Ausdruck bringen: Auch wir reisen hin und wieder mit dem Bus und der Bahn und nach fast jeder Reise schw√∂ren wir es nie wieder zu tun. Die Reisen sind lange und meist sehr anstrengend. Dennoch kommen auch wir in regelm√§√üigen Abst√§nden auf die Idee es doch wieder einmal mit Bus und Bahn zu versuchen. Gl√ľcklicherweise endet es nicht immer so wie bei Khun Chao.
Unser Mitgef√ľhl hat Khun Chao und all die Anderen Thailand liebenden, welche es immer wieder mit der Bahn und dem Bus versuchen, ganz bestimmt.

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

 

Teilen Sie diesen Artikel mit Ihren Freunden!



Sollte Ihnen unser Angebot gefallen, erzählen Sie Ihren Freunden von uns, empfehlen Sie mojo4you weiter oder fordern Sie einfach unseren Newsletter an, damit Sie ganz unverbindlich unsere aktuellsten Berichte in Ihrer Mailbox lesen können.

newsletter abonnieren   mojo 4 you - Newsletter hier klicken

√úber JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Gl√ľck seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
Dieser Beitrag wurde unter Motorradtouren, Tagesausfl√ľge abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.