Tattoo Festival in Thailand – Wat Bang Phra

Magische Tattoos aus Thailand

Das Tattoo Festival findet im Wat Bang Phra Tempel in Nakhon Chaisi, etwa 50 km westlich von Bangkok statt. Dieses Jahr ist es am Samstag den 3. März 2012. Seit Jahrhunderten ist der Wat Bang Phra ein Pilgerort für die Thai, welche sich durch ein magisches Tattoo Stärke und Hilfe erhoffen. In der jüngsten Vergangenheit kommen auch ausländische Besucher in die Tempelanlage um sich ein Tattoo tätowieren zu lassen.

Wat Bang Phra ist berühmt für seine magisch aufgeladenen Tattoos und Amulette, die den Träger vor Schaden und sogar tödlichen Geschossen schützen sollen. Die Tattoos tragen die Bezeichnung Sak Yant oder Yantra Tattoos.

Das jährlich stattfindende Tattoo Festival wird von den Anhängern des berühmten Abtes Luang Pho Boon ausgetragen. Die Zeremonie ist eine Verehrung des Meisters (thailändische Sitte – Wai Khru) und dient gleichzeitig der Aufladung der heiligen Tätowierung.
Der Abt Luang Pho war berühmt für die Erstellung magischer Tattoos. Diese Tradition wird nun von seinen Anhängern, welche als Mönche in dem Tempel leben weiter verfolgt.

Taetowiernadel

Der Kopf einer traditionellen Tätowiernadel

Als heilige Grundlage, der Ausgangspunkt aller heiligen Tattoos wird meist das „Gao Yord“ auf den Nacken tätowiert. Es hat die Form einer Pyramide und symbolisiert den Berg Meru. In der buddhistischen Lehre gilt der Berg Meru als das Zentrum des Universums.
Ein weiteres sehr wichtiges Symbol sind die fünf heiligen Linien, diese werden „Ha Teaw“ genannt. Wenigstens eines der beiden heiligen Tattoos sollte man als gläubiger Buddhist tätowiert haben.
Das „Gao Yord“ und das „Ha Teaw“ bringen Glück und Gesundheit, sowie Wohlstand und Zufriedenheit.
Das Tattoo um Schutz vor Gewalt und Unfällen zu erhalten, heißt „Pae Tidt“ und bedeutet wörtlich Übersetzt „Acht Richtungen“. Es soll den Träger vor allen Gefahren schützen, egal in welche Richtung man sich bewegt. Bei Soldaten und Polizisten ist dieses Tattoo sehr beliebt. Soll es doch sogar vor Pistolen- und Gewehrkugeln schützen.

Seit Angelina Jolie vor einigen Jahren ein Tattoo in diesem Tempel stechen lies, ist der Andrang nach diesen heiligen Tattoos groß. Bis zu 50 und mehr Besucher warten bis die Reihe an ihnen ist. Es gibt keine Terminvereinbarung und so muss man schon etwas Geduld mitbringen um ein Tattoo zu erhalten. Aber Geduld ist eine Tugend der Buddhisten und lichten sich die Reihen schon vor dem verewigen der heiligen Tattoos. Die Tattoos sind für Buddhisten mehr als ein Modetrend. Damit die Bildnisse und Symbole auf den Körpern der Träger eine Wirkung haben, müssen fünf Regeln beachtet werden. Diese sind: nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, keine Drogen und kein sexuelles Fehlverhalten.

Jedes Jahr im März muss die Wirkung der Tattoos wieder aufgefrischt werden. Und dazu wird das eingangs erwähnte Fest, die „Wai Khru“ Zeremonie gefeiert.

Der Hype um diese Tattoos begann mit dem ehemaligen Mönch Noo, welcher vor Jahren in diesem Tempel seiner heiligen und kunstvollen Tätigkeit nachging. Selbst zu diesen Zeiten war er wohl bereits einer der besten Tätowieren der „Sak Yant Szene“. Angelina Jolie reiste nach Thailand um sich ein heiliges Tattoo von Noo auf ihre linke Schulter tätowieren zu lassen. Kurze Zeit später kam ein Tiger dazu. Noo war berühmt und entschied sich den Tempel zu verlassen und ein eigenes Tattoo Studio zu eröffnen. Sein Studio ausgebucht ist und er verdient heute sehr viel Geld mit seiner Kunst. Ein Tattoo aus seiner Hand kostet bis zu 800 Euro, während das gleiche Tattoo im Wat Bang Prah nur etwa 10 Euro kostet. Denn im Wat Bang Prah arbeiten die Mönche immer noch aus dem traditionellen Glauben heraus, während bei Noo die Macht des Geldes über den Idealismus gesiegt hatte. Aber das ist durchaus zu verstehen.

Der thailändische Kultusminister, Niphit Intharasombat, hatte im Sommer vergangenen Jahres, auf die modische Verwertung der heiligen Tattoos aufmerksam gemacht. Er äußerte seinen Argwohn über den Missbrauch der heiligen Tattoos als modisches Ornament auf Körpern. Vor allem hinterfragte er die Beweggründe der westlichen Träger der „Sak Yant“ Tattoos. Leider wurde seine Aussage falsch interpretiert und in der westlichen Presse sogar als rassistisch dargestellt. Dabei galten seine Gedanken vielmehr dem buddhistischen Theorien als ein Verbot heiliger Tattoos auszusprechen. Es scheint schwer genau nachzuvollziehen, was er eigentlich sagen wollte, doch eines ist sicher, seine Aussagen gingen um die Welt und verhalfen den heiligen Tattoos aus dem Bang Prah zu noch mehr Popularität.

Wai Khru Zeremonie 2012

Ort: Bang Prah Tempel in Nakhon Chaisi (Nakhon Phatom Provinz)
Tag: Samstag den 3. März 2012
Zeit: 9:39 Uhr

Hinweis: Kommen Sie rechtzeitig zum Tempel. Bereits ab 7:00 Uhr sind mehrere hundert Menschen auf dem Gelände anzutreffen.

Während der Zeremonie sitzt man auf dem Boden und blickt auf den Schrein das Meisters Luang Poh Pern.
Wundern Sie sich nicht wenn Mönche oder auch die Besucher plötzlich wie in Trance tanzen und sich wie wilde Tiere gebaren. Die Geister haben dann von den Körpern besitzt ergriffen. 😉

Anmerkung für alle welche an einem heiligen Tattoo im Wat Bang Prah interessiert sind:

Einer meiner Bekannten hatte sich vor 3 Jahren das „Gao Yord“ auf den Rücken tätowieren lassen. Seiner Aussage nach würde er diese Tätowierung nicht nochmals so über sich ergehen lassen. Das einritzen der Symbole war äußerst schmerzhaft, obwohl ihm die Zeit als sehr kurz erschien.

Gao Yord Tattoo

Das Gao Yord Tattoo, es stellt den Berg Meru dar und ist eines der wichtigsten buddhistischen Tattoos, worauf viele andere heilige Tattoos aufbauen.

Würde die Tätowierung mit einer Tätowiermaschine anstatt mit einer Metallnadel vorgenommen, wäre es wahrscheinlich etwas angenehmer.
Dabei hatte er noch Glück, denn das Werkzeug zum tätowieren wurde erst vor ein paar Jahren von einer Bambusnadel zu einer Metallnadel gewechselt.
Die Mönche empfanden diese Erneuerung der Tradition als sinnvoll, da sich eine Metallnadel besser und schneller reinigen lässt.

Teilen Sie diesen Artikel mit Ihren Freunden!



Sollte Ihnen unser Angebot gefallen, erzählen Sie Ihren Freunden von uns, empfehlen Sie mojo4you weiter oder fordern Sie einfach unseren Newsletter an, damit Sie ganz unverbindlich unsere aktuellsten Berichte in Ihrer Mailbox lesen können.

newsletter abonnieren   mojo 4 you - Newsletter hier klicken

Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
Dieser Beitrag wurde unter Kultur, Mojo abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten auf Tattoo Festival in Thailand – Wat Bang Phra

  1. Selten einen so oberflächlich recherchierten Artikel mit vielen Fehlinformationen gelesen.
    „Damit die Bildnisse und Symbole auf den Körpern der Träger eine Wirkung haben, müssen fünf Regeln beachtet werden. Diese sind: nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, keine Drogen und kein sexuelles Fehlverhalten.“ Es hängt von dem Yant ab, was man unterlassen soll, es gibt Yants mit weit mehr Regeln, z.B. schlechte Rede.
    „Jedes Jahr im März muss die Wirkung der Tattoos wieder aufgefrischt werden. “ Blödsinn !
    Ein Sak Yant ist solange aktiv bis man es durch Fehlverhalten deaktiviert hat.
    „Wenigstens eines der beiden heiligen Tattoos sollte man als gläubiger Buddhist tätowiert haben.“ kompletter Blödsinn.
    Sak Yant hat mit dem Buddhismus eigentlich nichts zu tun, es entstammt dem Animismus.
    Auch wen heutzutage buddhistische Mönche diese Yants tätowieren und segnen, mit echtem Buddhismus hat das nicht das Geringste zu tun.

    Kommen wir noch zu den großartigen Shows, wo sich Menschen in Trance in Tiere verwandeln.
    Der leider viel zu früh verstorbene, ehrwürdige Sak Yant Meister Phra Ajarn Gamtorn (Chiang Mai) bezeichnete dies als absoluten Humbug, als fragwürdige Show, die wohl nur dem Tattoo Business von Ajarn Noo nutzt.

    Grüße aus Chiang Mai
    Klaus Hicker & Team

    • JoJo sagt:

      Hallo Klaus,
      vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Ich weiß zwar nicht wo Du her kommst, doch es scheint Du kommst aus einem extrem schlechtem Umfeld, denn Dein Benehmen unter Bloggern lässt durch Deine Wortwahl zu wünschen übrig.
      Wenn Du also so viel Kritik an meinem Artikel kundtun musst, währen Quellenangaben hier genau richtig. Ich habe meine Informationen aus erster Hand, von Mönchen und Besucher des Wat Bang Phra. Leider war ich jedoch noch nicht bei dem Festival. Doch Du warst ja sicherlich schon einmal dort und wirst es aus diesem Grund besser beschreiben können.
      Nochmals vielen Dank für Deinen so freundlichen Kommentar.
      Gruß aus Chiang Mai
      JoJo ohne Team

  2. Hallo Jojo
    und danke für die Blumen. Sicherlich stamme ich aus einem extrem schlechten Umfeld, denn meine Freunde und ich haben uns über mehrere Jahre mit dem Thema beschäftigt. Bevor der erste Artikel veröffentlicht wurde lagen mehr als 2 Jahre Recherchearbeit hinter uns. Ich selbst habe das Feld dann meinem Bloggerkollegen überlassen, der dort weit mehr Ahnung hat und den Chiang Mai Sak Yant Service gemacht hat. Du verlangst von mir als Kommentator Quellenangaben, seltsamerweise kann ich in Deinem, sehr oberflächlichen Artikel keine finden. Du meinst dieMönche im Wat Bang Phra hätten Dir dies aus „erster Hand“ verklickert, im Gegensatz hierzu hab ich eine klare Quellenangabe gemacht. Mit Kritik scheinst Du so Deine Probleme zu haben, wir müssen uns weit deftigere Töne anhören, wir nehmen aber auch kein Blatt vor den Mund. Sak Yant ist ein sehr großes und schwieriges Thema und es wird der Sache, meiner Meinung nach nicht gerecht, wenn man da so ein paar Oberflächlichkeiten schreibt.
    Du hast mal in einem Kommentar zu unserem, mittlerweile eingestellten Webprojekt Siam- Siam geschrieben, Bloggen kostet ausser den Domain und Hostingkosten kein Geld. Nun ja, wer sauber, auf eigene Kosten recherchiert, wird dafür doch einige finanzielle Mittel aufbringen müßen.
    Wäre schön wenn Du Kritik nicht als „aus extrem schlechtem Umfeld“ abtust und vielleicht mal darüber nachdenkst, daß manche Themen etwas tiefgründiger sind als es auf den ersten Blick anmutet. Meine Sak Yant Quellen gebe ich übrigens nicht raus.

    Grüße aus Chiang Mai
    Klaus Hicker & Team

    • JoJo sagt:

      Hallo Klaus,
      Kritik ist wirklich eine tolle Sache, wenn man diese eben etwas freundlicher einbringt. Das sollte schon eine Art Respekt unter Bloggern sein. Aber auch der Respekt gegenüber Lesern und all den anderen welche Deinen, bzw. meinen Blog besuchen.
      Bloggen kostet erst mal nur wenig Geld, es sei denn man reist mit Team. Ich habe ebenfalls gesagt, dass das reisen und das besuchen der Feste ein Hobby ist. Deshalb rechne ich diese Kosten nicht als Aufwendungen, sondern zur Freizeitgestaltung.
      Oft verweise ich auf Artikel bekannterer Zeitschriften als Deinen oder meinen Blog. Und auch hier gab es erste Anregungen vom Spon (http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,813024,00.html). Der Artikel schien dann geeignet, weil ein Freund dort war um sich ein Tattoo stechen zu lassen. Die Symbolik und der Ablauf sind erklärt. Das ist was wichtig ist.
      Solltest Du noch etwas beitragen wollen, wäre es eben für die Leser interessant, wichtiges und konstruktives zu lesen. Dazu ist der Kommentar gedacht. Das nenne ich aufklärende Kritik und dann ist es auch wert einen Link zu Deinen Seiten zu setzen. Dann macht bloggen jedem Spass.
      Also, versuchen wir in Zukunft besser miteinander umzugehen.
      Gruß aus Chiang Mai
      JoJo ohne Team
      P.S. Sollte ich Deine Kommentare als überflüssig betrachten, wäre es doch eine Leichtigkeit, Deine Kommentare zu löschen. Das ist bisher aber nicht geschehen.

  3. MARC sagt:

    Ihr beiden habt recht. Klar muss mann regeln beachten. Die sind aber von meister zu meister verschieden. Und so ne jährliche Aufladung schadet nie.

  4. Nic sagt:

    Hallo,

    ich war zufällig 2012 vor Ort , ich habe im Vorfeld lange dazu recherchiert und zu den fachlichen Inhalten kann ich mich nur Klaus anschließen .
    Was jedoch vergessen wird und darauf würde ich als Blogger hinweisen sind die hygenischen Umstände sich solch ein Tattoo stechen zu lassen !

    Wenn ich das lese „Stahlnadeln ….besser reinigen lassen “

    Stahlnadeln werden nicht gereinigt , sie sollten Wegwerfartikel sein !
    Wer garantiert mir das ich eine sterile Nadel bekommen ?
    Die Gefahr der HIV Übertragung halte ich für enorm hoch.
    Da ich mich mit dem Thema Tätowierung professionell beschäftige,rate ich jedem ab sich in irgendeinem Tempel von irgendeiner „gereinigten Stahlnadel“ tätowieren zu lassen !

    Just my 2 Cents

    Cheers Nic

    • JoJo sagt:

      Danke Nic, vor allem auf den Hinweis mit der Hygiene.

    • Alex S. sagt:

      Wow!.. lauter Leute die keine Ahnung haben -_-
      1. Die Nadeln werden desinfiziert – wie auch bei jedem vernünftigen Tättowierer auf der ganzen Welt (egal ob Berlin, NewYork oder Hongkong)
      2. Soweit ich weiß, wurde noch kein einziger Fall bekannt, wo eine Infektion mit dem HI-Virus auf eine Stahl/Bambusnadel zurückzuführen war
      3. Bio-Chemisch gesehen ist die Menge an Blut auf der Nadel so klein, daß es schon schwer wird die Mindestmenge für eine HIV-Infektion überhaupt zu erreichen
      4. Von einem „angeblichen“ Tättowierer bzw -Lehrling hätte ich etwas mehr Fachwissen erwartet. Echt schlimm, daß sich hierzulande jeder Tättowierer schimpfen darf.
      5. Von den spezifischen Eigenschaften bestimmter medizinischer Stahlsorten seh ich mal ab, bringt nix das hier noch zu erklären.. aber nichtmal Krankenhäuser werfen Operationsbesteck weg! Alles wird gereinigt und wiederverwendet, wie auch Tättowiernadeln hierzulande..
      ..wenn man keine Ahnung hat, nicht auch noch einem Rechtgeben, der auch sehr Lückenhaftes Wissen zum Thema kundtut. Aber ich weiß, Ihr seid ja alle solche Experten(!) – traurig.. da helfen auch kein 10 Zertifikate, wenn ihr im Job so agiert ziehen Arbeitgeber oder Kunden meist recht schnell eigene Schlüsse – zurecht!!

  5. Alex S. sagt:

    Also der Artikel ist völlig okay!!
    Man darf an einen BLOG keine Ansprüche wie bei ner Fachzeitschrift stellen.
    JoJo hat die groben Punkte ganz gut dargebracht.. wenn auch, einige Sachen tiefer beleuchtet werden könnten. Note 2,3 von mir.. für unsere schnelllebige Gesellschaft genau das richtige Fastfood.

    Und zum Möchtegern-Thailandinfo-Team kann ich nur sagen, solche BLOGGER braucht kein Mensch. Ihr seid genau der humanoide Ballast, der Asien immer mehr verdirbt.

    Zum Thema:
    Bester Blog hierzu war für mich bisher dieser..
    http://www.justtravelous.com/2012/12/sak-yant-tattoo-wat-bang-phra-thailand/
    und selbst da fehlt noch einiges.. 😉

    Und wer sich etwas tiefer mit Asien beschäftigt bzw derartig studiert (hat).. Sak Yant (thai) zeigt uns bereits -> Yantra ist die Sanskrit-Wurzel.. und die ganze Region nannte man auch nicht umsonst „Indo-China“.. was den ursprünglich Indischen Einfluss vorwiegend vom Hinduismus erklärt (siehe zB Hanuman Tattoos) und zur Zeit der Khmer.. kam es bis ins Mittelalter bereits zu einer fruchtbaren Mischung von Buddhismus und älteren schamanistisch geprägten Einflüssen.
    Siehe auch Geschichte Thailands – insbesondere Mon/Khmer und kulturelle Verflechtung mit Indien.

    Schönen Tag noch..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.