Landidylle

Die Kunst der sozialen Gerechtigkeit

Landidylle - nur noch auf Photos

Landidylle - nur noch auf Photos

Vor sich hin singende Bauern, knietief im Reisfeld stehend um den jungen Reis zu pflanzen, im angrenzenden Feld hütet ein Junge den Wasserbüffel der Familie, damit dieser nicht die bereits gepflanzten Felder besucht und sich an den Sprösslingen labt.

Dieses Bild der thailändischen Farmkultur ist längst eine Illusion geworden und findet man nur noch auf Photos und Gemälden.

Es gibt keine Bauern mehr, welche sich ausschließlich auf das Einkommen aus ihrer Arbeit auf den Reisfeldern verlassen. Und das zu Recht, denn das westliche Marktwirtschaftssystem hat auch in der thailändischen Provinz Einzug gehalten.

Heute beschweren sich die Bauern über das schlechte oder oft noch nicht vorhandene Internet. Viele der Reisbauern waren in der Vergangenheit im Ausland tätig und konnten mit dem in Taiwan, Israel oder Saudi Arabien verdienten Geld ihren Landbesitz aufrecht erhalten. Mit diesem Geld kam ein anderes Leben in die Dörfer.

Früher gab es weder Strom noch all die damit verbundenen Annehmlichkeiten. Die Landbevölkerung lebte ihr eigenes Leben und vertraute auf die Entscheidungen des Parlaments. Und diese Entscheidungen wurden meist hingenommen, zumal es dem Wohle der Nation Thailand diente.

So lebten die Bauern früher - traumhaft und vernachlässigt zugleich

So lebten die Bauern früher - traumhaft und vernachlässigt zugleich

Erst als in den 90-ziger Jahren, der damalige Kandidat und spätere Ministerpräsident Thaksin Shinawatra seinen Wahlkampf führte wurde die Landbevölkerung in das politische Geschehen mit einbezogen. Gelder wurden während seiner Amtszeiten an die ländlichen Kommunen vergeben, um den Anschluss der Landbevölkerung an die Städter zu fördern.

Diese Maßnahme führte dabei auch zu einem Erwachen der Landbevölkerung. Es wird eine Mitbestimmung in sozialen und politischen Fragen gefordert. Die Dorfbewohner wollen die alleinige Macht der Politiker nicht mehr hinnehmen.

Thailands Elite will dieses Bild der Landbevölkerung bewahren

Thailands Elite will dieses Bild der Landbevölkerung bewahren

Die Elite Thailands versucht jedoch immer noch das alte, traditionelle Bild der Landbevölkerung aufrecht zu erhalten. Dieses Bild vermittelt eine wohl behütetet Gruppe, welche zufrieden und einig mit ihrem Land für das leibliche Wohl der Städter sorgen. Dabei ist Reis eine der Haupteinnahmequellen Thailands, doch der Wohlstand aus diesen Einnahmen verbleibt in den Städten. Dies kann in einem wirtschaftlich so schnell wachsenden Land wie Thailand nicht funktionieren. Jeder Bewohner des Landes sollte an dem wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben und davon profitieren.

Wenn die politischen Führer des Landes dies nicht erkennen und verstehen, kann es keine Verbesserung der sozialen Situation in Thailand geben.

Wie fast bei jeder Wahl, hat die thailändische Elite, versammelt in der Demokratischen Partei um Abhisit Vejjajiva, dieses Anliegen der Landbevölkerung nicht in vollem Umfang bedacht. Und wieder einmal stehen die Demokraten kurz davor eine wichtige Wahl zu verlieren. Denn sie vergessen, wie schon so oft zuvor die breite Mehrheit - die Menschen auf dem Land.

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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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