Stadtgründung Chiang Mai

Fest des Lebens in Chiang Mai

Seit Entstehung der Stadt Chiang Mai feiert die Bevölkerung den Geburtstag der Stadt und bittet dabei die Schutzgötter der Stadt um ein besseres Leben und um mehr Wohlstand für die Stadt.

Das Fest des Lebens in Chiang Mai

Das Fest des Lebens in Chiang Mai

Die entsprechenden Zeremonien wurden ursprünglich von den Königen veranstaltet, denn nur der Adel war den Göttern und Geistern nahe genug um für die Macht der Stadt zu bieten. Die Traditionen wurden bewahrt, doch die Aufgaben wurden verteilt. Seit es keinen offiziellen Herrscher mehr in Chiang Mai gibt, wurde die Aufgabe an die Stadtverwaltung übertragen. Diese organisiert nun das Fest und organisiert die Bürger. Den spirituellen Teil übernehmen die Mönche aus den Tempeln der Stadt Chiang Mai.
Obwohl auch dieses Fest eher im animistischen Glauben anzusiedeln ist, verfügt der buddhistische Mönch über ausreichenden Respekt um die Geister an zu beten und von diesen den Wohlstand und die Gesundheit für die Bevölkerung einzufordern.

Opfergaben an einer Stupa aus Sand

Opfergaben an einer Stupa aus Sand

Die Bürger beten an diesen Tagen zusammen mit den Mönchen an den zentralen Stellen. Als Opfergaben werden Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen gebracht. Manche Familien bringen auch Essen für die Mönche und die Besucher. Schulen beteiligen sich in organisatorischen Angelegenheiten und Betriebe sponsern die Festtage ebenfalls mit Geldspenden.

Mönche beten zu den animistischen Göttern

Mönche beten zu den animistischen Göttern

Das Fest des Lebens wird unmittelbar nach dem Inthakhin Festival gefeiert. Das Inthakhin Festival ist eine Feier zu Ehren der zentralen Stadtsäule. Der große unterschied dabei ist, das das Inthakhin Fest im geographischen Zentrum der Stadt gefeiert wird, während das Fest des Lebens die Götter und Geister der Stadtgrenzen ehrt.

Der Ablauf der Zeremonien

Die Zeremonien zu diesem Fest, sind dem des Inthakhin Festes sehr ähnlich. Der große Unterschied ist hierbei, dass an 10 unterschiedlichen Stellen Gebetsstätten errichtet werden. An jeder dieser durchaus wichtigen Orte werden besondere, erhobene Sitzpositionen für die Mönche errichtet. Davor werden Stühle für die Besucher gestellt. Von einer Buddha Statue werden Schnüre zu jedem Stuhl gespannt, so dass der Gläubige durch diese Schnur mit der Statue und mit dem zu ehrenden Gott verbunden ist.
Die 11 Mönche beten von den frühen Morgenstunden bis etwa 11:30 Uhr. Danach gibt es eine Essenspause für die Mönche, denn nur bis Mittags ist es den Mönchen erlaubt zu essen. Ab 17:00 Uhr wird wieder gebetet, und diese Gebete dauern bis etwa 18:00 Uhr.
Jeder Bürger der Stadt bringt Reis, Sand und Wasser mit zu der Zeremonie. Diese Gaben werden von den Mönchen geweiht und den Göttern und Geistern geopfert.

Mit Schnüren sind die Besucher yu einer Buddha Statue verbunden

Mit Schnüren sind die Besucher yu einer Buddha Statue verbunden

Am letzten Tag der Zeremonie dürfen die Bürger diese Opfergaben mit nach Hause nehmen, um das geweihte Wasser, den Reis und den Sand im Haus zu verstreuen und somit ein weiteres glückliches Jahr, in der Stadt Chiang Mai, verbringen.

Die Orte der Zeremonien

An den nachfolgend aufgelisteten Orten werden die Zeremonien durchgeführt:

  1. Im Zentrum direkt am 3 Könige Denkmal (Three Kings Monument) beten 9 Mönche zu Ehren der Stadt.
  2. Am Nord Tor (North Gate oder Chiang Puak Gate) beten 11 Mönche.
  3. Am Ost Tor (Tapae Gate) beten 11 Mönche.
  4. Am Süd Tor (Chiang Mai Gate) beten 11 Mönche.
  5. Am Suang Pung Tor (ein kleineres Tor an der Südseite der Stadt) beten 11 Mönche.
  6. Am West Tor (Suan Dok Gate) beten 11 Mönche.
  7. In der Nord-West Ecke des Stadtgrabens beten 11 Mönche.
  8. In der Nord-Ost Ecke des Stadtgrabens beten 11 Mönche.
  9. In der Süd-Ost Ecke des Stadtgrabens beten 11 Mönche.
  10. In der Süd-West Ecke des Stadtgrabens beten 11 Mönche.

Insgesamt wird an 10 unterschiedlichen Stellen der Stadt die Zeremonie durchgeführt. Dabei beten 108 Mönche an die Götter und Geister der Stadt.

Die Zahl 108 hat im buddhistischen Glauben einen hohen Stellenwert, da diese Zahl die 108 Segen des Brahmanismus und die 108 Regeln des Buddhismus repräsentieren.

Der astrologische Hintergrund der Stadtgründung

Wie jede antike Stadt wurde auch Chiang Mai mit astrologischem Wissen erbaut. Es war damals von großer Bedeutung etwaige zukünftige Ereignisse der Stadt abzuwenden oder aber auch das Glück in die Stadt zu bringen.

Bis heute glauben die Menschen an die Fürsorge der Götter

Bis heute glauben die Menschen an die Fürsorge der Götter

So spielte es eine wichtige Rolle an welcher Stelle die Stadt errichtet wird und welche astrologischen Wirkungen sich an den äußeren Ecken der Stadt befinden.
So wurde genau bestimmt an welcher Stelle ein Stadttor errichtet wurde und wie die Ecken der Stadtmauer gebildet wurden. Dadurch hat jedes Tor und jede Ecke der Stadtmauer sein eigenes, persönliches Kraftfeld.

  1. Das West Tor (Suan Dok Gate) steht zu Ehren des Parivara, dem Buch der Disziplin.
  2. Die Nord-West Ecke (Hualin Corner) verkörpert Ayu und steht für ein langes Leben.
  3. Das Nord Tor (Chiang Puak Gate) ist die Macht und Kraft der Stadt Chiang Mai mit dem Geist von Teja.
  4. Die Nord Ost Ecke (Sribhumi Corner) wurde zu Ehren Sri errichtet und steht für die Schönheit der Stadt.
  5. Das Ost Tor (Tapae Gate) ist für den Besitz der Stadt errichtet worden und ist dem Geist Mula geweiht.
  6. Die Süd-Ost Ecke (Khatam Corner) beherbergt Utsaha und der soll die industrielle Entwicklung der Stadt fördern.
  7. Das Süd Tor (Chiang Mai Gate) verkörpert die Stattlichkeit mit seinem Schutzgeist Montri.
  8. Die Süd-West Ecke wurde zum Schutz der Stadt gegen Plagen, Verwünschungen und Flüche erbaut. Der Gott hierfür heißt Kalakini.

Bis heute glauben die Bürger von Chiang Mai, dass das Leben einer Stadt, der Wohlstand der Stadt und die Kraft der Stadt mit einem Menschenleben gleichzusetzen ist. Das Leben der Stadt entspricht den gleichen Rhythmen und den gleichen glücklichen Umständen wie das Leben eines Menschen.
Diese Anschauung der Bevölkerung in Chiang Mai ist für uns westlich erzogene Menschen nur schwer zu verstehen. Doch wenn man sich Chiang Mai heute einmal betrachtet, und auf seine Geschichte zurück blickt muss man zugeben, dass es die Götter gut mit Chiang Mai gemeint haben.

Das Fest des Lebens findet jährlich im Anschluss an das Inthakhin Festival statt

Das Fest des Lebens findet jährlich im Anschluss an das Inthakhin Festival statt

Chiang Mai ist wohlhabend, einflussreich und schön, ein Dank an die Götter!


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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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