Inthakhin Festival

Das Chiang Mai Inthakhin Festival

Chiang Mai Inthakhin Säule im Wat Chedi Luang

Chiang Mai Inthakhin Säule im Wat Chedi Luang

Jedes Jahr, meist ab der zweiten Hälfte des Monats Mai, rückt die Inthakhin Säule ins Zentrum der Feierlichkeiten. Die Inthakhin Säule ist das Symbol zur Gründung der Stadt Chiang Mai. Chiang Mai wurde im Jahre 1296 n. Chr. gegründet. Dennoch werden die Feierlichkeiten nicht nur zu Ehren der Stadtsäule abgehalten. Gleichzeitig ist es ein traditionelles Ritual um für neuen Regen bei den Göttern und Geistern zu beten.

Die Feierlichkeiten werden zu Ehren der Wächter der Inthakhin Säule ausgeführt. Während der Pavillon das ganze Jahr über verschlossen bleibt, wird dieser zu den sieben Festtagen für die Bevölkerung geöffnet.

Die Besucher bringen Kerzen und Früchte als Gaben für die Wächter der Säule.

Geschichtlicher Hintergrund

Die Verehrung einer Stadtsäule, lässt sich aus der damaligen Lebensweise ableiten. Die meisten Städte und das daran angrenzende Land wurde meist von einem Herrscher regiert. Die Bevölkerung nahm diese Regelung an und sah die Stadt des Herrschers als ihr soziales Zentrum. Die Menschen bezeichneten sich oft und vor allem bis Heute als Khun Muang (Menschen der Stadt).

Die meisten Städte hatten damals einen Schrein im Zentrum der Stadt gebaut, um die Größe und Macht der Stadt darzustellen. Der Schrein wurde auf einen Grundstein oder eine Säule gestellt. Die Säule symbolisierte die Stärke und die Langlebigkeit der Stadt. Meist waren die Säulen aus schwerem und sehr hartem Holz gefertigt.
Die Stadtsäule von Chiang Mai heißt Inthakhin. Dieses Wort kommt aus dem Sanskrit / Pali und bedeutet die Säule des Indra. Indra ist der vedische Gott des Sturmes und des Regens, ohne den kein Sieg errungen werden kann. Indra zerschmettert jeden Widerstand. Indra schenkt Wohlstand und bringt materielles zum blühen.

Die vedische Gottheit Indra

Indra gilt in den Veden als der „König der Götter“, der in vielen Gestalten und Bedeutungen in indischen Mythen erscheint. Sein Reittier ist der Riesenelefant Airavata, der himmlische Vorfahr aller indischen Elefanten, "der tiergestaltige Archetypus der Regen bringenden Monsun Wolke". Seine Waffe ist das Vajra - der Donnerkeil.
Er wohnt als Herrscher über die "Himmelswelt" in einem Palast auf der Spitze des Berges Meru.

Nicht nur, das der Name Inthakhin nicht Thai ist, so ist auch das Material der Säule nicht nach Thai Vorbild benutzt worden. Anstatt wie traditionell üblich, hartes Holz für die Säule zu benutzten, wurde die Inthakhin Säule aus Backsteinen erbaut.
Im 18. Jahrhundert wurde der einstige Standort der Säule im Tempel Sadua aufgegeben. Die Inthakhin Säule wurde in das geographische Zentrum der Stadt, in den Tempel Chedi Luang verlegt.
Diese Umsiedlung der Inthakhin Säule war ein wichtiger Akt des damaligen Königs Kawila von Chiang Mai. Denn der riesige Chedi war weit über die Grenzen der Stadt sichtbar und symbolisierte die Stärke der Stadt Chiang Mai.
Die Inthakhin Säule wurde direkt unterhalb des Chedi in einem eigens dafür erbauten Pavillon aufgestellt. Die vier Seiten des Pavillons sind von vier Statuen (Elefant, Tiger, Löwe und Einsiedler) umgeben. Der große Yan Baum (Dipterocarpus alatus) mit dem kleinen Schrein daneben, beschützen die Inthakhin Säule vor bösen Geistern.
Der Legende nach hat der Gott Indra, den Giganten (Elefant, Tiger, Löwe und Einsiedler) befohlen die Säule vom Himmel auf die Erde nach Chiang Mai zu bringen.
Eine stehende Buddha Statue wurde im Jahre 1953 auf die Inthakhin Säule gestellt. Die Statue, mit verschränkten Händen vor der Brust, reflektiert das innere Bewusstsein, die Meditation und die daraus resultierende Stärke des eigenen Glaubens.

Die Feierlichkeiten

Hauptsächlich werden während der Feierlichkeiten Gaben an die Wächter der Inthakhin Säule ausgegeben. Diese Gaben werden in alten Schriften detailliert angegeben und bestehen meist aus Kerzen, Bananenstauden, geschnittenen Areka Nüssen, Bettelnuss Stauden und abgeschälten Reis.
Diese Gaben werden am ersten Tag der Feierlichkeiten, zusammen mit der Buddha Statue Phra Fon Saen Ha, in einer Prozession um die Stadt dargeboten. Die Prozession wird begleitet von jungen Frauen welche einen traditionellen Tanz vorführen, von einem traditionellem Orchester sowie von Männern welche in der Uniform der ehemaligen königlichen Garde die Prozession bewachen.
Offizielle Vertreter der Stadt sind ebenso anwesend.

Der Chedi Luang in Chiang Mai

Der Chedi Luang in Chiang Mai

Nach dem Eröffnungsumzug versammeln sich die Beteiligten vor dem Inthakhin Pavillon. Neun Mönche sitzen in den nächsten Tagen davor um zu beten und um Sutras zu rezitieren. Jeden Abend singen die Mönche ihre Gebete. Dieser Akt ist Teil der Regenzeremonie, welche ebenfalls zusammen mit den Inthakhin Festlichkeiten abgehalten wird.

Die Regenzeremonie

Die Buddha Statue Phra Fon Saen Ha ist das Symbol für den Regen. Zu diesem Zweck wird die Buddha Statue während der Regenzeremonie mit Wasser übergossen.
Eigentlich steht das thailändische Neujahr Songkran das Fest für den Regen und für eine gute Ernte. Doch weil die Inthkhin Säule für den Wohlstand der Stadt und der Bevölkerung steht, ist es nur allzu verständlich das während dieser Tage die Buddha Statue Phra Fon Saen Ha gewaschen wird, zumal dieses Buddha Abbild nicht an den Songkran Tagen teilnimmt.

Wie wurde das Inthakhin Fest früher gefeiert?

Während der letzten 150 Jahren gab es viele Veränderungen beim Ablauf der Feierlichkeiten.
Früher gab es traditionelle Rituale bei welchen große Tiere und wahrscheinlich auch Menschen geopfert wurden. Während diesen Opfer Zeremonien, kamen die Geister um das soziale Gefüge der Stadt zu legitimieren.
Dies waren meist die Prinzen und Dorfvorsteher welche den Segen der Götter benötigten.

Bis in das frühe 20. Jahrhundert tanzten spirituelle Medien in einer Art Trance um den Inthakhin Pfeiler. Auch dabei wurden Tieropfer erbracht.

Die Chiang Mai Bevölkerung wurde in seinem Glauben von den Lawa Völkern beeinflusst. Die Lawa waren das ursprüngliche Volk in diesem Gebiet, bis König Mengrei 1296 die Stadt Chiang Mai gründete. Das heilige Ritual der Lawa, wurde zu Ehren des kannibalischen Lawa Geistes Pu Sae Nya Sae gefeiert.
Doch während die Thai das Land mehr und mehr besiedelten und die Lawa Völker zurück drängten, konvertierten viele Menschen zum Buddhismus. Die Vorfahren jedoch behielten ihren Geisterglauben bei.

Obwohl die Tradition von Tierschlachtungen, während der Zeremonien, bei den Behörden als nicht ästhetisch angesehen und abgelehnt wird, können Tieropfer durchaus noch in kleinen gemeinschaftlichen, spirituellen Ritualen stattfinden.
Was dennoch offiziell weiterhin praktiziert wird, ist die Gabe von gekochten Schweineköpfen, welche die Schlachtung von Tieren repräsentieren soll.

Noch vor 20 Jahren, wurde ein regelrechtes Volksfest im Rahmen einer buddhistischen Ausstellung innerhalb der Mauern des Tempels Chedi Luang abgehalten. Doch dies ist wie vielerorts den zahlreichen Essensständen gewichen.
Dennoch ist es ein Erlebnis den überfüllten Tempel Chedi Luang während des sieben Tage andauernden Inthakhin Festivals zu besuchen.
Die Gaben der Bevölkerung, welche mit Hingabe gespendet werden und die prächtige Dekoration um den Inthakhin Pavillon sind allemal sehenswert und man die Inthakhin Säule nur zu diesen Festtagen besichtigen kann.


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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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