Thailand spekuliert auch 2012 mit dem Reis Preis

Auch im Jahr 2012 will die thailändische Regierung den Reis direkt von den Bauern zu einem festgesetzten Preis (500.- US $/Tonne) ankaufen. Damit soll mehr Geld in die Haushalte der ländlichen Bevölkerung fließen.

Thailaendische Reisfelder

Thailändische Reisfelder und deren endlose Weite

Doch sind diese Spekulationen mit der wichtigsten Einnahmequelle des Landes gut für die Bevölkerung?

Die Bauern freuen sich

Die Einkommen der Bauern sind gestiegen, also hat Thailands Premierministerin Yingluck Shinawatra mit der Reispreisgarantie im letzten Jahr richtige gehandelt. Das sind die Erfolge welche von der Regierung bekannt gemacht wurden. Verschwiegen wird allerdings, dass der teure Ankauf von Reis zu hohen Verlusten in der Staatskasse führt. Verschwiegen wird außerdem, dass die Lebensmittelpreise regelmäßig nach oben angepasst werden. Auch in diesem Jahr hatte Thailand eine gefühlte Teuerungsrate von etwa 10 Prozent (im Jahresdurchschnitt liegt die Inflationsrate bei 3,013%). Dennoch, für die Landbevölkerung ist der hoher Ertrag aus dem Reisanbau ein Segen.

Chart - Inflationsrate in Thailand 2011 bis Oktober 2012

Chart - Inflationsrate in Thailand 2011 bis Oktober 2012

Wie lange kann die Regierung den Reis noch subventionieren?

Während Indien und Vietnam ihren Reisexport gesteigert hatten, hat die thailändische Regierung den Reis in den Lagern gehortet. Die Vormachtstellung auf dem Reismarkt wurde an Vietnam abgegeben. Andere Länder wie etwa die Philippinen versuchen ihren Bedarf an Reis selbst zu decken und hoffen langfristig keinen Reis mehr importieren zu müssen. Der Reismarkt wird kleiner und die thailändische Regierung will entgegen den Regelungen von Angebot und Nachfrage auf einem schrumpfenden Markt spekulieren.

Im letzten Jahr wurden der Yingluck Regierung 8 Milliarden Dollar für die Stabilisation des Reispreis genehmigt. Und auch dieses Jahr wird die Regierung weiter 7.8 Milliarden US$ in den Markt investieren. Und das passiert während andere Länder den Preis für den internationalen Handel durch mehr Produktion nach unten ausrichten. Thailands Reisvorat wird also weiterhin wachsen da es immer weniger Käufer auf dem Weltmarkt für diesen teuren thailändischen Reis gibt.

Thailändische Regierungsvertreter geben die Spekulationen offen zu. Hinter verschlossenen Türen räumen sie allerdings ein, dass der höhere Export von Reis aus Indien die Spekulationen nachhaltig beeinflusst hat.

Reisexporte gehen zurück

Die Welternährungsorganisation FAO erwartet das die Reisexporte für 2012 nur noch 34,2 Millionen Tonnen sein werden. Im Jahr 2011 wurden noch 35 Millionen Tonnen Reis gehandelt.
Vietnam rechnet damit, dass der Exportabsatz ein Volumen von 3 Milliarden US-Dollar erreichen wird, einem Rückgang um 17,6 Prozent im Jahresvergleich. Im Jahr 2011 wurde vietnamesischer Reis in Höhe von 3,64 Milliarden Dollar exportiert.
Der Grund liegt vor allem darin, dass Länder in denen viel Reis konsumiert wird ihren Bedarf versuchen selbst zu decken. Die Philippinen rechnen damit schon im nächsten Jahr auf Reisimporte verzichten zu können.
Und genau da liegt der Verlust der thailändischen Reis Spekulation. Die Preise auf dem Weltmarkt stabilisieren sich. Die thailändische Regierung hingegen verursacht mit ihrer Reispolitik nur höhere Kosten. Um die bisherigen Ausgaben (inklusive Lagerung) zu relativieren müsste sie die Tonne Reis für etwa 800 US$ verkaufen. Die Preise liegen derzeit für thailändischen Reis bei nur 600.- US$ und vietnamesischer Reis wird mit 400.- US$ auf dem Weltmarkt gehandelt. Das bedeutet einen Verlust im Staatshaushalt von ca. 2 Milliarden US$.

Premierministerin Yingluck Shinawatra will dennoch weiterhin mit dem Reis aus Thailand spekulieren

Yingluck räumte unterdessen ein, dass sie die Aufregung um den Reispreis durchaus nachvollziehen könne, dennoch will sie an ihrem Programm festhalten, da es die Nahrungsmittelsicherheit in Thailand garantieren würde. Diese Aussage stammt aus einem Interview in New York.
Währenddessen sinkt das Exportvolumen von Reis aus Thailand kontinuierlich. In den ersten sechs Monaten diesen Jahres verringerte sich der Reisexport um fast 50 Prozent zum Vorjahr. Doch die Regierung werden auch dieses Jahr 500 US$ pro Tonne Reis an die thailändischen Bauern überweisen.

Um die Lebensmittelpreise und vor allem die Reispreise in Thailand zu stabilisieren, wurde von Managern aus der Reisbranche angekündigt, nun günstigeren Reis aus den Nachbarländern Kambodscha und Vietnam anzukaufen.

Meine Frage an die Regierung Shinawatra:

Was passiert wenn die Spekulation mit dem Reispreis nach hinten losgeht? Bezahlen werden es am Ende wohl doch wieder die Bauern.

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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien – und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.

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2 Antworten auf Thailand spekuliert auch 2012 mit dem Reis Preis

  1. JoJo sagt:

    Alois Kroth schrieb dazu folgendes:
    Das, mit der Subventionierung des Reises, ist auch begründet damit, daßg die der Präsidentin wohlgesinnten Nordthailänder – man beachte den Konflikt zwischen Rot- und Gelbhemden – wohlgestimmt werden sollen.
    Die Südthailänder z.B. Trang-Gegend, läßt Frau Präsidentin für ihre Illoyalität jetzt nicht mehr, wie früher üblich, bei Hochwasserevakutionen vom Militär mit Nahrungsmitteln versorgen! Hier wird vorwiegend Kautschuk angebaut – fast kein Reis.
    Das heißt, wer bei seinem mehrwöchigen Zwangscamping bei einem Kloster kein Geld hat, kann nichts zu Essen kaufen. Ohne Geld zu borgen (10 – 30% Zinsen im Monat!!!), betteln oder einen Diebstahl/Raubüberfall, bleibt nur verhungern oder Selbstmord.


    Diese Nachricht wurde von meinem Android Mobiltelefon mit 1&1 Mail gesendet.

  2. Ich finde es gut, dass hier mal gezeigt wird, dass Thailand nicht nur ein Reiseland mit vielen schönen Stränden und All-inclusive Hotels ist! Es gibt hier viele Menschen, denen es schlecht geht und die von Armut auch betroffen sind. Mir sind die vielen Straßenkinder aufgefallen, die vor allem in den Großstädten betteltebn und unter Brücken und baufälligen Gebäuden üernachteten. Bei einem Freiwilligendienst kann man sich super für solche Menschen einsetzen!Es gibt viele verschiedene Projekte für alle Interessengebiete, da ist bestimmt für jeden etwas dabei!

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