Thailands Geschichte – Teil I

Die thailändische Geschichte hat große soziale und politische Auswirkungen bis in die Gegenwart. Neben dem Theravada Buddhismus beherrscht die traditionelle und politische Vergangenheit das aktuelle Handeln der Thai.

Wir haben hier einen groben Überblick erstellt.
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Vorgeschichte:

Frühe archäologische Funde

Bronzefunde aus dem Jahre 1967 in Nordost-Thailand, sind bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. datiert. Prähistorische Siedlungen konnten bis ins 5. Jahrtausend v. Chr. nachgewiesen werden.

Mit den kriegerischen Nan Chao bildete sich um 600 der erste Thai Staat. Dieser Staat wurde jedoch um 1253 von den Mongolen vollständig erobert. Ab 1000 zogen die Thai weiter nach Süden und vermischten sich unter anderem mit den Mon und Khmer.
Um 600 setzte auch bei den buddhistischen Völkern der Mon und Pyu im Irrawaddybecken die Staatenbildung ein, doch diese Staaten wurden sogleich von den Nan Chao wieder zerstört.

Die neolithischen Kulturen im heutigen Gebiet von Thailand lassen sich jedoch mit den modernen Thai nicht in Verbindung setzen. Die Thai sind aus anderen Gebieten eingewandert, und bei ihrer Einwanderung trafen sie auf andere Völker. Die älteste heute bekannte Zivilisation war die Dvaravati-Kultur, deren Zentren wahrscheinlich im heutigen Lopburi, Nakhon Pathom und Lamphun lagen und deren kultureller Höhepunkt im 6. bis 9. Jahrhundert erreicht wurde. Träger dieser Kultur waren buddhistische Mon, die von Landwirtschaft und Handel lebten und im neunten Jahrhundert das Reich Hariphunchai gründeten, das bis ins 11. Jahrhundert von einer Mon-Dynastie beherrscht wurde.

Die Thai wanderten über einen längeren Zeitraum aus dem Norden entlang der Flüsse Mekong, Menam und Irrawaddy in das Gebiet des heutigen Thailand ein.
Im 12. Jahrhundert ist schließlich belegt, dass Thai in den Heeren von Angkor präsent waren. Bildnisse aus Angkor-Tempeln zeigen deutlich, dass die Thai-Kontingente andere Haartracht und Bekleidung bevorzugten als die Khmer.

Die Thai waren ein Bauernvolk, welches Reis auf Bewässerungsfeldern in Ebenen und Tälern anbaute und teils Brandrodung für den Anbau betrieb. Dabei stießen sie bei ihrer Wanderung auf zivilisatorisch weiterentwickelte Völker. Es kam zu Durchmischung und Assimilierung, wobei sich das Thai-Element durchsetzte. Warum sich die Thai gegenüber der bereits ansässigen Bevölkerung durchsetzen konnte wird durch ihre damalige Multi - ethnische Lebensweise erklärt. Thai und andere Ethnische Gruppen lebten zusammen in Dorfverbänden, was wiederum die Stärkung der Thai Volksgruppe förderte.

Die ersten Staatsgründungen der Thai waren wahrscheinlich nicht von langer Dauer. Die ältesten Überlieferungen erzählen von einem Land namens Yonok, das ab dem neunten Jahrhundert existiert haben soll, dessen Bewohner sich zum Buddhismus bekannten, und das vom Reisanbau lebte. In Burma siedelten sich die Shan, ein weiteres Thai-Volk, an und schwächten Bagan entscheidend, bis seine Hauptstadt 1298 zerstört wurde. Dies und der langsame Niedergang des Khmer-Reiches erlaubte es den Thai, eigene größere Reiche zu bilden.

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erlangte in Nordthailand ein erster Thai-Staat eine größere Machtfülle. Auf Basis des Fürstentums Chiang Saen gründete Prinz Mengrai ein Königreich, das Lan Na - „Land der Millionen Reisfelder“ - Reich und seine Hauptstadt Chiang Mai. Es gelang die Eroberung des Mon-Reich Haripunchai. König Mengrai widersetzte sich der Gefahr der Mongolen, die das Reich von Norden bedrohten, und schloss einen Freundschaftsvertrag mit König Suddhasoma von Pegu. Lan Na und andere Königreiche in Nordthailand behielten über mehrere Jahrhunderte hinweg ihre Unabhängigkeit.

Das Sukhothai Reich (1238 bis 1350)

Morgenröte der Glückseligkeit

Legende um Sukhothai

Südlich von Lan Na hatte es bereits seit längerem Auseinandersetzungen zwischen den Khmer und Thai Siedlungen gegeben. Nach einer Rebellion gegen die Khmer setzte sich ein Gouverneur an die Spitze eines Thai-Staates und ließ sich im Jahre 1238 als Sri Indraditya krönen. Das entstandene Reich und die dazugehörige Hauptstadt nannten die Thai Sukhothai.
Da die Thai Geschichten lieben gibt es die Legende wonach der sagenhafte König Chao Aluna Khmara, dem legendären Phra Ruang, welcher von einer mythischen Naga-Prinzessin abstammen soll, das Sukhothai Reich erschaffen hat.

Karte von Sukhothai im 14. Jahrhunder

Karte von Sukhothai im 14. Jahrhunder

Khun Bang Klang Thao wurde als erster König des neuen Reiches ausgerufen und nannte sich Sri Indraditya. Die Khmer hatten keine Möglichkeit, entscheidend gegen das neue Königreich an ihrer Westgrenze vorzugehen, da sie zu viele neue Bauprojekte um Angkor begonnen hatten.
König Sri Indraditya und seine Königin, Nang Suang, hatten drei Söhne. Der älteste starb in jungen Jahren, der zweite hieß Ban Mueang und der dritte Sohn war Ramkhamhaeng. Nach dem Tod des Gründers wurde Ban Mueang der zweite Herrscher von Sukhothai, dem dann Ramkhamhaeng folgte.

Der bedeutendste Herrscher von Sukhothai war König Ramkhamhaeng (1275–1298). Zu Beginn seiner Herrschaft waren nur einige Städte in der Umgebung Sukhothais unter seiner Kontrolle, bei seinem Tod entsprach der Einflussbereich Sukhothais etwa dem des heutigen Thailand. Außenpolitisch normalisierte Ramkhamhaeng die Beziehungen mit China, indem er eine Tributgesandtschaft entsandte. Die Kooperation mit den anderen Thai-Königen Mengrai und Ngam Mueang (Phayao-Reich) sowie gegen die von Norden her drohenden Mongolen ist bemerkenswert, ebenso der Respekt, mit dem die Herrscher einander begegneten. Innen- wie außenpolitisch wurde die Vorherrschaft der Khmer für immer beseitigt.

In einer berühmten Inschrift, die auf das Jahr 1292 zurückgeht, berichtet Ramkhamhaeng wie er das Land regierte. So beachtete er die Treue des Sohnes vor dem Vater, er war milde zu gefangenen Feinden, er behandelte das Eigentum und das Erbe seiner Untertanen mit Respekt und er schuf keine Handelshemmnisse.
Er berichtet von einer Glocke, wo jeder seiner Untertanen läuten konnte, um vom König angehört zu werden. Die Inschrift behandelt auch ein Bekenntnis zum Buddhismus sowie die Verehrung des Geistes Phra Khapung. Ramkhamhaeng berichtete auch, im Jahr 1283 die thailändische Schrift entwickelt zu haben.
Trotzdem sich der Herrscher als Vater seiner Untertanen sah und der Milde, die den Herrschern von Sukhothai nachgesagt wird, kannte dieser Staat eine recht klare soziale Differenzierung zwischen Freien, Sklaven und Aristokraten.

Im Sukhothai-Reich wurde der buddhistische Glaube von den Mon übernommen und tief in der Gesellschaft verankert. Es wurden zahlreiche Buddha-Bildnisse mit den charakteristischen weichen Formen geschaffen. Die Kunst Sukhothais gilt heute als originellste und schönste in der Geschichte Thailands.

Die Herrschaft des Königs war eine geschickte Mischung aus milder, patriarchalischer Härte und Diplomatie. Die Dorfgemeinschaften wurden mit soviel Regierungsgewalt ausgestattet, dass sie die meisten Belange in der Gemeinschaft selber regeln konnten.

Sukhothai war nun in seinen Grenzen gesichert. China befürchtete aber ein eventuelles Bündnis zwischen Sukhothai und Burma, und ließ deshalb 1287 die Hauptstadt Burmas, Pagan, durch seine Mongolenheere erheblich zerstört. Danach wurden die meisten Truppen der Mongolen wieder abgezogen.
Doch Burma wurde noch mehr geschwächt als 1298, im Verlaufe einer Rebellion, Pagan von den Shan erobert und endgültig zerstört wurde. Sie nahmen den Herrscher von Burma gefangen und ließen ihn hinrichten. Die starke Präsenz von Shan und anderen Thai Völkern vereinigten sich, um einen Einfall der Chinesen in Oberburma zu verhindern.

Um 1300 eroberte Ramkhamhaeng, trotz guter Beziehungen, das Königreich Lan Na vollständig und integrierte es in seinem Staat. Der Grund für die Einnahme des Nachbarreichs war seine zu enge Beziehung zu Burma. Zur gleichen Zeit schloss der Regent von Sukhothai ein Bündnis mit anderen Thai-Fürsten, vergrößerte sein Einflussgebiet bis Chiang Mai, eroberte Vientiane im Osten, Luang Prabang im Norden und im Westen die Stadt Pegu im südlichen Burma. Binnen kurzer Zeit wurde aus den vielen Kleinstaaten das große Königreich Sukhothai, dass spätere Siam.

Unter der Regentschaft Königs Loe Tai (Lo Thai), ein Sohn Ramkhamhaengs, begann allmählich der gefestigte Staat instabiler zu werden. Der neue König verehrte den Buddhismus im höchsten Maße, und bekam deshalb auch den Titel König des Rechtes. Innenpolitisch ging es jedoch nicht so gut. Die meisten Fürstentümer entwickelten sich wieder eigenständiger und der Einfluß Sukhothais wurde immer geringer.

Das Fürstentum Utong (in der Nähe der heutigen Stadt Suphanburi bei Ayuthaya), eroberte von 1330-1350 viele kleine Fürstentümer, welche ehemals unter der Regentschaft Sukhothais standen. Damit wird Utong zum Initiator der späteren Ayuthaya-Dynastie. Die Stadt Ayuthaya wurde 1350 offizieller Regierungssitz.

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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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Eine Antwort auf Thailands Geschichte – Teil I

  1. Frank sagt:

    Hast Dir viel Mühe gegeben, Fleißkärtchen! 😉

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