Thailands Geschichte – Teil V

Thailand um den zweiten Weltkrieg

König Ananda Mahidol

Briefmarke mit König Ananda Mahidol

König Prajadhipok trat ohne Thronerbe im Jahre 1935 von seinem königlichem Amt zurück.
Prinz Ananda Mahidol, Rama VIII und Neffe von König Prajadhipok, war neun Jahre alt, als er die Königswürde erhielt. Der junge König befand sich die meiste Zeit seiner Regentschaft in der Schweiz, um sein Studium abzuschließen. Erst im Alter von 13 Jahren unternahm er seinen ersten Besuch nach Thailand. Und erst nach dem Ende des 2. Weltkriegs bat ihn die thailändische Regierung nach Thailand zu kommen.

Thailand wird von einem Diktator regiert

Während der Zeit der Abwesenheit von König Mahidol übernahm ein Regentschaftsrat die Führung des Staates Siam. Im Jahre 1938 wird Feldmarschall Phibun Songkhram siamesischer Premierminister. Phibun war ein Anhänger Hitlers und Mussolinis und erließ bis 1942 eine Reihe von Verordnungen welche in seinem Sinne das thailändische Volk beeinflusste.

Feldmarschall Phibun Songkhram

Feldmarschall Phibun Songkhram

Als erstes ändert er 1939 den Landesnamen von Siam in Thailand (Phrathet Thai – „Land der Freien“). Dies richtet sich gegen die ethnische Vielfalt in Thailand, gegen die Malayen, Chinesen, Laoten, Shan usw. und somit gründet er auf der Idee einer „Thai-Rasse“, einen thailändischen Nationalismus. Chinesische Namen müssen in Thai-Namen geändert werden, Kandidaten für die Militärakademie müssen nachweisen, dass sie „reinrassige“ Thais sind.

Weitere Erlasse gebieten den Bürgern, sich von nun an nur als „Thai“ zu bezeichnen, verbieten den Gebrauch regionaler Dialekte und anderer Sprachen, verlangen Ehrfurcht vor der Flagge, der National- und Königshymne, den Kauf von thailändischen Produkten, und stellen das Vertreten ausländischer Interessen unter Landesverrat.

Einige dieser Verordnungen wurden bis Heute von den Thai beibehalten. Dazu gehören unter anderem die Treue zum König, der Flagge, der National - und Königshymne.

Thailand während des 2. Weltkriegs

Die Niederlage Frankreichs gegen Deutschland zu Beginn des Zweiten Weltkriegs war der beste Zeitpunkt für die thailändische Regierung, einen Angriff auf die französische Kolonie Indochina zu führen. Thailand dominierte zwar zu Lande und in der Luft, musste jedoch eine schwere Niederlage in der Seeschlacht von Ko Chang hinnehmen. Das japanische Kaiserreich, damals bereits dominierende Großmacht im Süd-ostasiatischen Raum, übernahm die Rolle des Vermittlers. Die Verhandlungen endeten am 9. Mai 1941 mit thailändischen Gebietsgewinnen in den französischen Kolonien Laos und Kambodscha. Frankreich gab die Provinzen Sayaburi, Battambang und Siem Reap (nicht aber Angkor Wat) wieder an Thailand zurück (siehe dazu den bis Heute anhaltenden Preah Vihar Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha).

Strecke der Todeseisenbahn

Strecke der Todeseisenbahn, zum vergrößern bitte anklicken.

Aufgrund der strategisch bedeutsamen Lage Thailands zwischen den britischen Kolonien Malaysia und Birma übte Japan Druck auf Premierminister Phibun aus, japanische Truppen über thailändisches Gebiet marschieren zu lassen. Nach der Eroberung nahezu ganz Südostasiens durch Japan, schloss Thailand im Dezember 1941 einen Bündnisvertrag mit Japan.
Dies führte jedoch zu einem politische Bruch zwischen Pridi Phanomyong und Premierminister Phibun Songkhram. Pridi gründet eine Widerstandsbewegung welche sich gegen die Japaner orientierte, und sich gleichzeitig mit der von Seni Pamoj (thailändischer Botschafter in den USA) geleiteten Seri Thai Gruppe verband.

Die Japaner hingegen durften mit Erlaubnis von Premierminister Phibun, Truppen in Bangkok und Kanchanaburi stationieren. Dies ermöglichte den Japanern die für Sie strategisch so wichtige Eisenbahnlinie zwischen Burma und Malaysia zu bauen.

Die Todeseisenbahn am River Kwai

Diese Eisenbahnlinie ging als Todeseisenbahn in die Geschichte ein. Historische Gedenkstätten erinnern in Kanchanaburi bis heute an das gräuliche Verhalten der Japaner. Während eine Bauzeit von etwa eineinhalb Jahren starben über 90.000 Menschen.

Überzeugt davon, dass Japan den Krieg gewinnen werde, schloss Phibun Anfang 1942 ein förmliches Militärbündnis mit Japan. Thailand erklärte Großbritannien und den USA den Krieg. Der thailändische Botschafter in den USA, Seni Pamoj, verweigerte jedoch die Überbringung der entsprechenden Urkunde. Die thailändische Armee besetzte Teile der Nord malaysischen Staaten und war somit direkter Kriegsgegner von Großbritannien und musste deshalb nach Kriegsende 1,5 Millionen Tonnen Reis als Reparation nach England liefern.

Das Ende des Krieges

1944 wurde Premierminister Phibun zum Rücktritt gezwungen. Die Niederlage der Achsenmächte führte zu Phibuns Inhaftierung, doch wurde er vor dem Militärtribunal freigesprochen und ging für mehrere Jahre ins politische Exil.
Es begann eine politisch unruhige Zeit, in der zum ersten Mal die Demokratische Partei Thailands die Regierungsgeschäfte übernahm. Im September 1945 wurde Thailand wieder in Siam umbenannt.
Auf Grund des thailändischen Verzichts der Eroberungen, während des französisch-thailändischen Krieges und während des Zweiten Weltkrieges, wurde Thailand nicht als Kriegsgegner behandelt und wurde deshalb in die Vereinten Nationen aufgenommen.

König Mahidol

König Mahidol

Am 5. Dezember 1945 kam schließlich auch König Ananda Mahidol, Rama VIII nach Thailand. Er war in Begleitung seines Bruders Prinz Adulyadej.

Zunächst versuchte König Ananda Mahidol, mit Reisen durch Thailand, sich einen Überblick über die Situation des Landes und des Lebens der Thai zu verschaffen. Nur gelegentlich änderte er die gängige Rechtsprechung um mildernden Einfluss zu nehmen.

Doch schon 6 Monate später, am 9. Juni 1946 starb König Ananda Mahidol.
Beim Hantieren mit einer Handfeuerwaffe löste sich ein Schuss, welcher König Ananda Mahidol tödlich traf.
Die Spekulationen, ob es sich dabei um einen Unfall, Selbstmord oder einen Mordanschlag handelte, halten noch bis heute an.

Sein Nachfolger wurde sein Bruder Bhumibol Adulyadej. Er richtete 1959 die Ananda-Mahidol-Stiftung ein, welche sich die internationale Fortbildung thailändischer Studenten zum Ziel gesetzt hat.


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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien – und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.

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