Thailand und sein König zum Lieben?

Bhumibol Adulyadej der Große, oder auch Rama IX. genannt (thailändisch = ภูมิพลอดุลยเดช,), ist seit dem 9. Juni 1946 König von Thailand. Er folgte seinem Bruder, König Ananda Mahidol, nach dessen gewaltsamen Tod welcher nie zweifelsfrei geklärt werden konnte.
Die Krönungszeremonie fand am 5. Mai 1950 in Bangkok statt.

Der zeremonielle Name während seiner Krönung lautet -

  • in thailändisch: พระบาทสมเด็จพระปรมินทรมหาภูมิพลอดุลยเดช มหิตลาธิเบศรามาธิบดี จักรีนฤบดินทร์ สยามินทราธิราช บรมนาถบพิตร
  • in deutsch bzw. englisch: Phrabat Somdej Phra Paramindra Maha Bhumibol Adulyadej Mahitaladhibet Ramadhibodi Chakrinarubodindara Sayamindaradhiraj Boromanatbophit
  • hier die korrekte Aussprache:

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Nach Abschluss seines Studiums der Politik- und Rechtswissenschaften in der Schweiz übernahm er 1951 die Regierungsgeschäfte.
Der König zeigt sich stets eng mit den Menschen in Thailand verbunden und nimmt sich oftmals persönlich ihrer Sorgen und Nöte an, um so für die Verbesserung ihrer Lebenssituation zu sorgen. Er startete mehr als 1000 größere und kleinere Projekte, mit denen das gesamte Spektrum der ländlichen Probleme Thailands angesprochen wird.

Dieses Verhalten bringt dem thailändischen König hohen Respekt unter der Bevölkerung ein. Thais empfinden für ihre Königsfamilie eine Hochachtung, welche fast schon an Angst reicht. Ein schlechtes Wort oder eine andere Meinung als die der Königsfamilie sind nicht gestattet. Das Bildnis des Königs zu beschmutzen gleicht einem Verbrechen und wird mit Gefängnis belegt.

Ein Beispiel dafür ist die Unterwürfigkeit, mit der selbst thailändische Premierminister oder Militärkommandanten ihrem König begegnen. Alle Besucher der Königsfamilie sitzen bei Audienzen stets dem König zu Füßen, auf dem Boden, während der König auf einem Thron sitzt. Wird dem König etwas überreicht, kriecht man auf ihn zu, der Kopf wird eingezogen und das zu Überreichende wird über den Kopf gehalten.

Doch in letzter Zeit gibt es immer mehr Stimmen welche die Herrlichkeit des thailändischen Königs anzweifeln. Natürlich niemals in der Öffentlichkeit, denn das würde zu unausweichlichen Problemen führen. Die Politik der "Erzwungen Loyalität" durch die Politiker, Generäle und Polizei Obersten verwandelt sich langsam aber stetig zu seinem Gegenteil. Seit dem Militär Putsch im Jahre 2006 - dem "Coup für den König" werden Ereignisse hinterfragt, es werden Geschehnisse angezweifelt und das Verhalten der Königsfamilie nicht immer als das richtige Verhalten vorausgesetzt.

Eine Thailänderin hat dazu Ihre eigene Meinung und hat deshalb ein Schriftstück verfasst.
In ihrem Bericht - "Warum ich den König nicht mehr liebe" erzählt sie aus ihrem Leben und das in einer Tiefe, wie man es sonst kaum zu lesen bekommt. Man erfährt, wie es immer abstoßender für sie wurde, die gesellschaftlichen und gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen, ein ständiges Liebesbekenntnis für den König abgeben zu müssen.

Hier die Links zu dem original Essay und deren Übersetzungen:

in Deutsch: Warum ich den König nicht mehr liebe?
in Thai: ทำไมถึงไม่รักในหลวง
in Englisch: Why I don’t Love the King?

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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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2 Antworten auf Thailand und sein König zum Lieben?

  1. THORSTEN sagt:

    Hallo Joe Joe,

    also Respekt; Respekt für diesen tollen Bericht.
    Vor allem Deine Recherche, echt super!
    Diesem Bericht der Thailänderin ist nichts hinzuzufügen.
    Sehr, sehr mutig in meinen Augen solche Fakten und Ansichten zu schreiben.

    Vieles wahr mir weder bekannt noch bewusst!
    Denke so geht es vielen welche diesen Bericht lesen.
    Sollten auch mal die Thais selbst lesen.
    Persönlich versuche ich mich hier als „Fahrrang“ immer etwas bedeckt zu verhalten.
    Es gibt ja einige Beispiele hier in den Zeitungen, was passieren kann wenn ein Ausländer egal in welchem Bewusstseinszustand, „nüchtern oder betrunken“ sich negativ über den König äußert.
    Man fragt sich aber schon, was ist besser für das Land hier; „gelb oder rot“!
    Denke wie so oft liegt „das Richtige“ oder „die Wahrheit“ in der „goldenen Mitte“!
    Auf jeden Fall ist es ratsam, wenn man sich länger hier in diesem Lande aufhält, diesen Bericht zu lesen.
    Denn es erweitert den Blickwinkel für das Land, den König und die Politik hier!

    Weiter so Joe Joe

    Greetings: Thorsten

  2. Auch meine Respekt für den Artikel wenn ich daran denke das man den König niemals in die Augen sehen durfte oder ihn berühren durfte absichtlich oder nicht absichtlich wurde man auf der Stelle geköpft. Dies wurde durch einen tragischen Unfall am königlichem Hofe abgeschafft. Vielleicht wird auch die höfische Zeremonie eines Tages in der Form wie man es noch heute sieht abgeschafft und etwas in der Art wie hohe westliche Besucher den König empfangen dürfen eingeführt, was ich aber bezweifle zu sehr ist die allgemeine Unterwürfigkeit der Thailänder gegenüber höher stehenden Rang oder Stand über Jahrhunderte tradiert worden das es beinahe genentisch vererbt ist.
    Wie auch immer — erst die Zukunft wird es zeigen was für Veränderungen der evt. Nachfolger oder Nachfolgerin einführen wird.

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