Preah Vihar Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha

Der Tempel Preah Vihear wird seinem Gott gerecht

Der Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha wird seit den 50er-Jahren teilweise mit Waffengewalt geführt. In der Auseinandersetzung geht es um den Tempel Prasat Preah Vihear, einen aufgegebenen Hindu Tempel der Khmer aus dem 10. bis 12. Jahrhundert, und um das umliegende Gelände. Das Tempelgelände liegt auf kambodschanischem Staatsgebiet, der Eingang zum Tempel jedoch auf thailändischem Gebiet.

Eingang zum Tempel Preah Vihear

Der Eingang zum Tempel Preah Vihear liegt in Thailand.

Geschichte des Tempel Preah Vihear

Tanzender Shiva

Tanzender Shiva

Anfang des 9. Jahrhunderts wurden die ersten Gebäude dieser Tempelanlage erbaut. Der Tempel wurde dem Hindu Gott Shiva in seiner Erscheinung der Bergötter Sikharesvara und Bhadresvara gewidmet.
Während der Zeit der Khmer Könige Suryavarman I (1002 – 1050) und Suryavarman II (1113 – 1150) wurde der Tempel fertig gestellt. Eine Inschrift im Tempel besagt das der Khmer König Suryavarman II nach der Fertigstellung der Anlage großzügige Geschenke an den Tempel Preah Vihar vergab um seinen spirituellen Lehrer, den Brahmanen Divakarapandita, zu ehren.
Der Brahmane Divakarapandita wiederum, spendete als Dank an seinen König und zu Ehren Shivas eine goldene Statue des tanzenden Shiva.

Im Zuge des Niedergangs des Hinduismus in dieser Region wurde die Tempelanlage von den Buddhisten weiter verwendet und zu einem buddhistischen Tempel konvertiert.

Das Siamesische Reich bezwingt die Khmer

König Ramathibodi I. (1314–1369) von Ayutthaya bezwang schließlich die Khmer und vertrieb den Khmer König nach Laos.
Während des Annam-Siam-Krieges erhält Siam die Oberherrschaft über Kambodscha. Sämtliche kambodschanische Könige werden von nun an von den Thai Königen gekrönt. Im Jahre 1863 wird ein Vertrag zwischen Siam und Kambodscha unterzeichnet, welche die Abhängigkeit Kambodschas von Siam bekräftigt.

Einmischung der französischen Kolonialmacht

Siam muss unter Druck von Frankreich einen Vertrag (1867) unterschreiben, in welchem festgelegt wurde, dass mit Ausnahme von Siam Reap, Battambeng und Sisophon ganz Kambodscha unter französische Protektion kommt.
Nachdem Frankreich das Ostufer des Mekong komplett besetzt hat, zwingt es Siam zu einem Pakt der Rechtmäßigkeit der Inbesitznahme.

Im Februar 1904 unterzeichnen Siam und Frankreich einen Vertrag, in dem sich Siam bereit erklärt, das Gebiet östlich des Mekong und das Land südlich der Dongrek-Berge an Frankreich zu übergeben.

Dem nicht genug, die französische Kolonialmacht östlich des Mekong übt weiterhin Druck auf Siam aus und erzwingt weitere Verträge. Im März 1908 unterzeichnen Siam und Frankreich einen Vertrag in dem das Besitzrecht Siams über Seam Reap, Battambong und Srisophon an Frankreich abgetreten wird. Als Ausgleich erhält Siam Dan Sai, Trat und alle Inseln zwischen Laem Ling (nördlich von Ko Chang) und Ko Kut. Siam übt weiterhin Amtsgewalt über Preah Vihear aus, indem es Lizenzen zur Holzgewinnung und der Elefantenjagd in diesem Gebiet vergibt.

Als 1929 Prinz Damrong verschiedene historische Sehenswürdigkeiten in der thailändischen Provinz Si Saket besucht, wird er am Tempel Preah Vihear von französischen Beamten begrüßt. Auf dem Tempelgebiet ist eine französische Flagge gehisst. Dieses Geschehen wird später beim Internationalen Gerichtshof, in Bezug zu den Verträgen von 1904, als Beweis vorgelegt.

Bei einer Grenzvermessung der thailändischen Behörden wird der Tempel offiziell auf thailändisches Gebiet gelegt. Im Oktober wird die Tempelanlage Preah Vihear als National Historisches Denkmal registriert und die thailändische Regierung nimmt öffentlich das Gelände in Besitz.
Während des zweiten Weltkrieges erhält Thailand, im so genannten Tokio Vertrag, sämtliches Land welches an Frankreich abgetreten wurde zurück.

geographische Lage von Preah Vihear

Die geographische Lage von Preah Vihear.

Kambodscha erhebt Anspruch auf Preah Vihear

Im Jahre 1949 bringt Frankreich mit Zustimmung von Kambodscha eine Beschwerde gegen Thailand vor, in dem es Thailand auffordert sämtliches Personal aus den ehemals kambodschanischen Gebieten abzuziehen. Kambodscha schließt sich über die nächsten Jahre diesen Beschwerden mehrfach an und verweist dabei auf die eigene Khmer Geschichte. Kambodscha bezichtigt Thailand der Verdrehung historischer Fakten.
Dadurch werden die politischen Beziehungen so gespannt, dass Thailand in sechs Provinzen entlang der thailändisch kambodschanischen Grenze sein Militär mobil macht. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Kambodscha und Thailand werden abgebrochen.

Der internationale Gerichtshof fällt eine Entscheidung

Im Oktober 1959 ruft Kambodscha den internationalen Gerichtshof an, und verlangt den Abzug thailändischer Truppen, sowie die Anerkennung des kambodschanischen Besitzanspruches. Nach vielen Sichtungen des langjährigen und unterschiedlichsten Kartenmaterials wurde die Tempelanlage im Jahre 1962, mit neun zu drei Stimmen, Kambodscha zugesprochen. Das Urteil bezog sich auf eine Karte aus dem Jahre 1904, worauf die Tempelanlage Preah Vihear auf französisch kambodschanischen Gebiet liegt, und Thailand dieser Karte niemals widersprochen hat.

Tempelanlage Preah Vihear

Die Tempelanlage Preah Vihear

Ein Urteil und seine Auswirkungen

Bis Heute hält der Konflikt um diesen Grenzstreifen an. Sicher ist das die Tempelanlage Preah Vihear von den Khmer erbaut wurde, jedoch während einer Zeit von fast 600 Jahren in thailändischen Besitz war. Erst als sich eine Kolonialmacht in Indochina etablierte und Druck auf diese Länder ausübte begann dieser Konflikt zu einem Problem zu werden.
Die Besetzung dieses durchaus anerkannten Gerichts ist zwar geographisch fair arrangiert, doch standen bis zu dieser Zeit ausschließlich Europäer dem Gericht als Präsidenten vor. Frankreich hatte zu diesem Zeitpunkt als Kriegsgewinner einen sicherlich hohen Einfluss auf die Entscheidungen, und sicherlich tat es sein bestes um die Zeit der Kolonialisierung Kambodscha zu rechtfertigen.

Alle Völker müssen ein Urteil des Internationalen Gerichtshof anerkennen, auch wenn es manchmal fragwürdig erscheint.

Der Gott Shiva rächt sich

Glücklicherweise ist Shiva ein Hindu Gott, und er darf über diesen Entscheidungen stehen. Er ist außerdem der Gott der Zerstörung und des Wiederaufbaus.
Das heißt, er alleine hat für den für ihn erbauten Tempel die Macht. Weder Thailand noch Kambodscha sollten sich in solch göttliche Angelegenheiten einmischen.
Wurde dies Tempelanlage Preah Vihear nicht Shiva zu Ehren erbaut?

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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien – und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.

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Eine Antwort auf Preah Vihar Konflikt zwischen Thailand und Kambodscha

  1. Dennis sagt:

    Guter neuer Beitrag! Ich werde da noch mal genauer recherchieren!

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