Doi Mae Salong

In den Bergen westlich von Chiang Rai, einem Grenzgebiet zwischen Burma und Thailand befindet sich der Berg Mae Salong (แม่สลอง). Diese Gebirgszüge werden oftmals als die kleine Schweiz bezeichnet. Tiefe Täler und beinahe unzugänglich steile Berge sind seit 60 Jahren die Heimat der KMT Armee.

Lageplan des Doi Mae Salong

Lageplan des Doi Mae Salong und des Dorfes Santikhiri. Zum vergrößern bitte anklicken.

Die Geschichte dieser ursprünglich aus Yunnan stammenden Bevölkerung ist noch jung, und so ist es durchaus möglich, dass man noch Angehörige dieser Söldnertruppe antrifft und alte Geschichten aus vergangenen Tagen zu hören bekommt.
Ein Besuch lohnt sich schon aus diesem Grund.

Die Geschichte der Gründer des Dorfes Santikhiri

Im Oktober 1949 als Mao Zedong die kommunistische Partei in China etablierte, zog sich die Kuomintang (KMT) Armee nach Taiwan zurück. Mit Ausnahme des 3. und 5. Regiments der 93. Division. Die Kämpfe zwischen den Kommunisten und diesen beiden KMT Regimentern hielten an, bis die chinesische Armee diese beiden Gruppen nach Burma vertrieben hatte. 12.000 Soldaten unter General Lee Wen kämpften sich ihren Weg aus Yunnan nach Burma. Doch die Burmesen duldeten keine fremde Armee in Ihrem Gebiet und die Kämpfe hielten für weitere 12 Jahre an. Etliche KMT Soldaten konnten nach Taiwan evakuiert werden.
Während dieser langen Zeit versuchten die Generäle der KMT Armee immer wieder mit Unterstützung der CIA, ihre Heimat Yunnan zurück zu erobern.

In einem chinesischen Restaurant habe ich eine von den Dorfbewohner aufgelegte Chronik entdeckt. Ich durfte darin stöbern und auch ein paar Seiten davon photographieren. Hier eine kleine Kostprobe aus der Santikhiri Chronik:

Im Jahre 1961 führte General Lee 4.000 verwundete Soldaten aus Burma heraus, direkt in die Berge von Mae Salong. Im Tausch für das von Thailand gewährte Asyl sollte die KMT Armee diese Gegend gegen die Infiltration der Kommunisten schützen.
Offiziell wurde die KMT Armee den thailändischen Truppen unterstellt und bekam die Bezeichnung CIF (Chinese Irregular Forces).
Die CIF Truppen mussten auch in Thailand noch gegen Kommunistische Truppen aus Thailand kämpfen. Große Gefechte gab es in den Gegenden um Doi Laung, Doi Yaw und Doi Phamon. Eine der blutigsten Offensiven wurde im Dezember 1970 gegen thailändisch kommunistische Rebellen gestartet und dauerte 5 Jahre an. Während dieser Zeit starben mehr als 1.000 Menschen an den Folgen des Krieges gegen die Kommunisten.

Erst 1982 konnte die CIF ihre Waffen aufgeben und durften ein normales Leben in den Bergen von Mae Salong führen. Als Belohnung für die Waffendienste vergab die thailändische Regierung die thailändische Staatsbürgerschaft an die meisten der Soldaten und ihren Familien.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes Santikhiri

Während der Zeit in Burma an der Seite der Shan Armee erwirtschaftete die KMT ihr finanzielles Budget mit dem Anbau und Handel von Opium. Im März des Jahres 1967 sagte General Tuan folgenden Satz:

„ Wir haben unseren Kampf gegen den Kommunismus aufrecht erhalten, und um zu kämpfen braucht man eine Armee, eine Armee braucht Waffen, und um Waffen zu kaufen braucht man Geld. Jedoch ist der Anbau von Opium die einzige Möglichkeit in diesen Bergen Geld zu erwirtschaften.“

(Weekend Telegraph – London – 10. März 1967)

Ein CIA Bericht aus dem Jahre 1971 bezeichnete Mae Salong als die größte Heroin Raffinerie Süd Ost Asiens. Erst in den späten 80'er Jahren, konnte die thailändische Regierung den Opium Anbau eindämmen, und die KMT dazu bewegen ihr Einkommen aus anderen Quellen zu erwirtschaften. Es wurde das Dorf Santikhiri (Berg des Friedens) gegründet und der Anbau von Kirschen, Pflaumen, Lynchee und Pfirsichen sowie von Tee gefördert. Als Zeichen der Unterstützung besuchte König Bhumipol Adulyadej und andere Mitglieder der Königsfamilie, regelmäßig das Dorf Santikhiri in den Bergen.

Das Dorf Santikhiri lebt wieder

Bis in die 70'er Jahre war die Gegend um Doi Mae Salong ein Sperrgebiet. Keiner durfte unbefugt dieses Gebiet besuchen oder gar Handel betreiben. Nachdem die wirtschaftliche und agrartechnische Umgestaltung erste Früchte trug wurden die Restriktionen in diesem Gebiet gelockert und schließlich gänzlich aufgehoben.
Der Anbau der neu kultivierten Früchte, dem daraus gewonnenen Fruchtwein, des Tees und der chinesischen Kräuter förderte das Interesse der Thai und der chinesischen Touristen aus Taiwan, Singapur und anderen Gegenden. Die Gegend um Mae Salong wurde neu entdeckt und seit den 90'er Jahren ist das Dorf Santikhiri auch für westliche Touristen ein interessanter Ort.

Die Dorfbewohner haben es verstanden ihre ethnische Herkunft zu wahren. Der chinesische Mandarin Dialekt wird bis Heute noch gesprochen. In den Straßen des Dorfes findet man Teehäuser und Nuddleshops chinesischer Tradition. In einigen dieser Shops kann man einen ehemaligen Soldaten treffen, und wenn man Glück hat, ist ein Enkel oder eine Enkelin zu gegen, so dass man eine alte Geschichte zu hören bekommt.

Heute gehört das Dorf Santikhiri und der Berg Mae Salong zu den Top 10 Attraktionen in Thailand. Die steil den Berg hinauf führenden, engen Straßen, mit den wundervollen Blick über endlos wirkende Bergketten, machen schon die Anreise zu einem unvergesslichen Abenteuer.
Erreicht man schließlich das Dorf Santikhiri erlebt man eine Welt welche man in Thailand kein zweites Mal mehr findet.

Chinesisches Leben und Traditionen in den Bergen von Thailand. Zwar etwas vermischt, doch durchaus schön zu erleben.


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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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2 Antworten auf Doi Mae Salong

  1. THORSTEN sagt:

    Hi,

    interessanter Bericht!
    Es ist immer wieder angenehm etwas über die Kultur in Thailand zu erfahren.
    Vor allem auf diese Art und Weise wie Du diese Artikel verfasst.
    Selbst für jemanden wie mich, der denkt er weiss schon viel über Thailand, gibt es immer wieder Neues zu entdecken.
    Also weiter so.
    Bin schon gespannt, was als nächstes kommt!?
    L.G Thorsten

  2. Conrad sagt:

    Netter Blog, ich komme ab jetzt regelmaessig

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