Von Chiang Mai nach Nan – 2

Eine Motorradreise quer durch den Norden Thailands

2. Tag: Lampang

Das letzte Mal war ich vor 15 Jahren in Lampang. Lampang war eine verschlafene Provinzstadt, schön gelegen aber nicht attraktiv genug um Reisende anzuziehen. Wirtschaftlich hat Lampang die vergangene Zeit genutzt und gemeinsam mit Phrae die Holzindustrie ausgebaut. Neben Teakholz werden auch Nadelholz und andere schnell wachsende Hölzer verarbeitet. Die Keramikindustrie hat sich nach langen Jahren Konkurrenzkampf schließlich geeinigt und die Produkte werden gemeinsam vermarktet um dem wirtschaftlichen Druck der Konkurrenten aus Vietnam und China trotzen zu können.

Kulturell hat sich ebenfalls einiges getan. Neben den vielen Tempeln und Denkmälern gibt es Galerien und Museen. Leider muss man für jedes kleine Museum bereits einen Eintritt ab 50.- THB bezahlen. Bedenkt man allerdings den Arbeitsaufwand und die Unterhaltskosten erscheinen die Eintrittspreise vernünftig.

Ich wollte mich nicht so richtig entscheiden welchen Tempel oder welches Museum ich zuerst besichtigen sollte und ob ich das alles in den paar Stunden besuchen könnte. Auf jeden Fall wollte ich den kulturell wohl schönsten und wertvollsten Tempel in Lampang besuchen. 18 km vor den Stadtmauern von Lampang befindet sich der ehemalige Königspalast und Tempel „Wat Prah That Lampang Luang“. Als ich dort ankam und meine wenigen Sachen am Motorrad diebessicherer anbringen wollte, begrüßte mich ein Wachmann mit den Worten „keine Sorge, ich passe persönlich hier auf Dein Motorrad auf, es wird bestimmt nichts gestohlen werden“. Auf diese weise kamen wir ins Gespräch und er erzählte mir von sich und seiner Familie, dass er aus dem Süden Thailands käme, er aber gerne hier im Norden lebt. Auf die Frage warum Lampang, antwortete er, „dies ist die Geburtsstadt meiner Frau, und es ist schön hier“. Nach dem kurzen Smalltalk machte ich mich auf den Tempel zu besichtigen. Der Wat Prah That Lampang Luang ist bereits 530 Jahre alt und man kann die Lanna Kultur in ihrer vollendenden Pracht bewundern. Das Hauptgebäude ist an allen Seiten offen und gewährt freie Sicht auf den ca. 5 m hohen Schrein am Kopfende des „Wihan Luang“. Das Dach ist dreigeteilt und wird von gigantischen Teakholzstämmen getragen. Es wird angenommen das diese wunderschöne Tempel Halle das älteste Holzgebäude Thailands ist. Hinter der „Wihan Luang“ befindet sich ein 45 m hoher Jedi, der im Jahre 1449 erbaut wurde. Links von dem Jedi steht die im 13. Jahrhundert erbaute „Wihan Phra Put“. Das Haupttor des Tempels wird von einem imposanten Drachen geschmückt. Früher war dieser Torwächter fast überall zu sehen. Heute sieht man diese Art Tor nur noch sehr selten. Der Tempel ist mit einer hohen Mauer umgeben, was daraus schließen lässt, das dieser Tempel auch als Wehranlage gedient haben muss. Außerhalb des Tempels, in einer Nebenanlage, sind die Unterkünfte der Mönche aber auch ein Museum mit Buddhafiguren und Buddha Köpfen, Wappen und Lanzen, Elefantensitzen und auch Keramik aus lang vergessenen Tagen.

Die Stadt Lampang fand in diesem Tempel ihren Ursprung und breitete sich immer mehr nach Norden aus.

Ich konnte mich nur schwer von diesem mystischen Ort trennen, und die Zeit verging viel zu schnell, als ich gegen 3 Uhr wieder die Stadt Lampang erreicht hatte. Es war heiß und ich war müde, trotzdem wollte ich zumindest noch zum „Baan Sao Nak“. Das Haus mit den vielen Pfeilern aus Teakwood ist ein Museum und zeigt Lanna Handarbeiten wie Silber- und Lackwaren, Bronzearbeiten und Antiquare Keramik Produkte. Die Zimmer sind mit alten burmesischen und Nord thailändischen Möbeln eingerichtet. Die gepflegte Atmosphäre macht es einfach die Hitze des Tages zu vergessen und so freue ich mich nach diesem Besuch auf einen schönen Abend in der Innenstadt.

Am Flussufer entlang finde ich verschieden Restaurants mit Live Musik zu durchaus günstigen Preisen. Die Vielfältigkeit der Restaurants und Garküchen sollte jedem Gaumen gerecht werden. Es liegt mir auch fern Empfehlungen auszusprechen, da ich mich nicht als Restaurant Kritiker verstehe. Viel lieber beschreibe ich meinen Eindruck von Lampang bei Nacht. Die Straßen sind fast Menschenleer. Nur in den Restaurants und Garküchen scheint noch Leben zu sein. Gegen 22 Uhr verlagert sich das Leben in Richtung Pubs und Bars.

Es lohnt sich in jedem Fall einen Abstecher nach Lampang zu machen. Die Stadt hat durchaus an Flair gewonnen. Glücklicherweise wurde rechtzeitig aufgehört alte Häuser durch neue Townhäuser zu ersetzen. Dadurch sieht man vereinzelt noch schöne alte Häuser im französischen Kolonialstil. Und immer wieder sind ganze Stadtviertel mit Holzhäusern aus Teak zu besichtigen. Wen sollte das schon wundern, schließlich waren die Berge voll mit Teakbäumen, und keiner dachte vor 100 Jahren an die Spätfolgen des Abholzens der Berge um Lampang.

Ich jedenfalls bin froh Lampang wieder einmal besucht zu haben, und die Pferdedroschken gibt es immer noch, wenn auch nur noch um Stadtrundfahrten zu unternehmen. Dies hat aber durch aus seinen Reiz. Für mich ist die Natur um Lampang immer noch sehr sehenswert. Es gibt in dieser Provinz noch so viel zu besichtigen, also beschließe ich am nächsten Tag weiter in Richtung Norden zu fahren.


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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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