Uhp’s ich hab’s schon wieder getan (Teil 2)

Lisu Tribal Kinder posieren zum Photoshooting

Lisu Tribal Kinder posieren zum Photoshooting

Der zweite Tag auf unserer Motorradtour durch die Provinz Mae Hong Son, sollte unsere Lust am Motorrad fahren und an dieser schönen Landschaft nicht trüben.
Nach einem kurzen, morgendlichen Bummel durch Pai führte uns die zweite Tagesetappe  in die Provinzhauptstadt Mae Hong Son.

2. Tag:

Pai - Höhle in Pangmapa - Mae Hong Son

Trotz der Kälte, den vielen Kurven und den engen bergigen Kehren sind wir des Fahrens nicht überdrüssig geworden und haben uns bereits um 10 Uhr früh wieder auf die Strecke begeben.
Zuvor sind wir nochmals durch den Ort spaziert um das erwachende Treiben der Restaurants, den unzähligen Guesthäusern, der Taxifahrer und der vielfältigen Straßenhändler zu erleben. Natürlich führte uns unser kleine Ausflug zur berühmten Pai Bambus Brücke, welche nach jedem Hochwasser wieder neu aufgebaut werden muss.

Als die Sonne uns anlächelte brachen wir von Pai in Richtung Mae Hong Son auf. Die Landschaft war atemberaubend, und wie schon Tags zuvor erfreuten wir uns an den unzähligen Kurven und Biegungen.
Immer wenn wir einen Berg erklommen hatten, durften wir an den Viewpoints eine kleine Pause einlegen. Dieses Gefühl in den Wolken zu stehen und über die Landschaft zu blicken, kann manchem Reisenden das Herz schneller schlagen lassen. Ein Gefühl von Freiheit und Unendlichkeit. Für die umliegenden Bergvölker, meist Lisu, sind diese Aussichtspunkte eine sehr willkommene Gelegenheit ihre Waren an zu preisen, oder einfach nur um sich als Fotomodelle zu verkaufen.
Auf Bambus - Tischen, - Gestellen oder - Bänken werden alle Arten handgefertigter, farbenfroher Waren feil geboten. Leider gibt es solche Märkte schon in fast jeder kleineren Stadt, so dass das Kaufinteresse nicht allzu üppig sein dürfte. Aber vielleicht geht es ja nur um den flüchtigen Kontakt zu diesen Bergbewohnern.

Etwa 40 km weiter entschieden wir uns zum Besuch der Höhle Lot.
Etwas Abseits der Hauptstraße führte uns der Weg durch grüne, ländliche Gebiete in einen weiteren Nationalpark. Eine wirklich positive Überraschung war, daß die Strecke bestens gepflegt war. Die Straße war zwar eng aber fast überwiegend mit einem neuen Belag versehen. Außerdem war nicht ein bisschen Laub auf der Straße, obwohl rechts und links Teakholz Bäume den Wegrand säumten. Man hatte das Gefühl das eine Straßenkehrmaschine direkt vor uns den Weg gereinigt hatte. Bisher hatte ich aber noch keine solche Maschine in Thailand gesehen.
Am Eingang der Höhle angekommen, hatten wir uns schon darauf eingestellt wieder in Verhandlungen um den Eintrittspreis zu treten. Doch diese gedankliche Vorbereitung war überflüssig, denn es gab keinen Eintritt für den Nationalpark zu entrichten.
Nein, ganz kostenlos war es nicht. Man muss einen Führer an heuern um die Höhle zu besichtigen. Auch das Bambus Floss musste bezahlt werden. Die Gebühren richten sich deshalb nicht nach Personen sondern nach Floss und Führer. Da jedes Floss vier Personen transportieren kann, wir jedoch nur zu zweit waren und nicht den vollen Preis bezahlen wollten, beschlossen wir zu warten bis jemand anderes die selbe Idee hatte.
Es dauerte etwa zwei Minuten und schon kam ein junges thailändischen Paar und wollte die Tour ebenfalls buchen.
Ein kurzer Austausch mit den jungen Thais und schon waren wir auf Höhlentour. 170 THB pro Person waren bei weitem nicht zuviel Geld für diese abenteuerliche Besichtigung. Zu Wasser und zu Fuß wurden wir durch die vom Fluss ausgespülte Höhle geführt. Über steil aufragende Treppen, ja fast Leitern, durften wir die natürlichen Strukturen bewundern. Die thailändische Führerin versuchte zwar in gebrochenem englisch die Gebilde zu beschreiben, aber letztendlich verstanden wir die Erklärungen in Thai und mit Hilfe der englischen Tafeln besser als ihre notgedrungenen Erklärungen. Ja, es waren tatsächlich englische Schrifttafeln angebracht, eine Seltenheit in thailändischen Nationalparks und Touristenattraktionen. Aber dazu später und auf einer anderen Seite mehr.
Fast zwei Stunden dauerte die Exkursion, verschwitzt und schon etwas hungrig lächelten wir dem Tageslicht entgegen. Wir konnten noch beobachten wie der Floßmann von der Höhlenführerin bezahlt wurde, für mich eine Genugtuung, da ich miterleben durfte, dass der größte Teil des zu entrichteten Entgeltes direkt bei den Menschen ankommt und nicht für andere teilweise sinnlosen Verwaltungskosten verschwendet wird.

Direkt nachdem wir die saubere Landstraße verlassen hatten und wieder die Hauptstrecke befuhren, sahen wir am Straßenrand in dem Dorf Pangmapa ein kleines unscheinbares Restaurant und Guesthaus.
Mittagessen war unser erster Gedanke und wir kehrten ein. Der Parkplatz war von tropischen, farbenprächtigen Pflanzen umsäumt und noch ehe wir das Restaurant betraten lächelte uns ein freundliches Gesicht entgegen, mit der Aufforderung doch unser Essen in Ruhe am Fluss einzunehmen.
Warum auch nicht, schließlich sollte es ja auch eine Art Urlaub sein.
Wir traten durch das Tor in der Pflanzenpracht und wurden überwältigt von dem idyllischen Anblick der sich uns bot. Kleine Bungalows und luxuriöse Häuser ragten vor uns auf und straften das Schild Guesthaus an der Straße Lügen.
Ein liebevoll aufgebautes Ressort lachte uns entgegen. Geräumige, zweistöckige Häuschen bieten für vier Personen genug Platz zu übernachten. Wollten wir hier Essen oder Nächtigen. Der Anblick dieser gepflegten Anlage war eine Versuchung und der Name dieser Anlage wurde den Ansprüchen gerecht - Little Eden - ich dachte ich sei Adam im Paradies.
Ach ja, eigentlich wollten wir ja nur Essen. Solide Deutsche Küche zu vernünftigen Preisen, was soll ich noch mehr dazu berichten.

Nachdem wir sämtliche Ruhestätten unserer Mittagspausenhütte ausprobiert hatten, fuhren wir weiter. Bergauf und bergab bis Mae Hong Son. Nach fast 18 Jahren erreichte ich die Provinzhauptstadt zum zweiten Mal. Nichts, aber auch wirklich gar nichts kam mir auf den ersten Blick bekannt vor. Wir mussten sogar das TAT - Büro besuchen um uns über unseren Standort zu erkunden und nach einem Stadtplan zu fragen.
Höflich und sehr hilfsbereit wurden wir beraten, mit mehr Sicherheit und einem einfachen, kostenlosen Stadtplan in der Tasche ging es weiter.
Im Stadtzentrum liegt ein kleiner See, umgeben von der nicht im geringsten provinziellen Stadt Mae Hong Son. Der perfekte Ausgangspunkt um die Stadt zu erkunden.
Schnell noch ein Guesthaus in der Nähe bezogen, um dann nach einer ausgiebigen Dusche und einer Tasse Kaffee zu Fuß, mit dem Fotoapparat bewaffnet, die alte Stadt mit ihren unendlich vielen Veränderungen zu erleben.

Keine Lust auf einen Tempelbesuch am frühen Abend aber ein paar Fotos sind ob der idyllischen Lage immer angebracht. Der obligatorische Besuch über den Nachtmark darf ebenso wenig versäumt werden, wie das schlendern entlang der Haupteinkaufsstraße, vorbei an exklusiven Hotels und den alt eingesessenen Geschäften.
Ein kontrastreiches Bild, angereichert durch vereinzelt, fast verloren wirkende Nudelsuppen Stände und Roti Verkäufer. Und doch prägt genau dieses Bild den Eindruck den man von Mae Hong Song bekommt.
Einst Hauptauffanglager der Karen und Shan Rebellen, Heute multikulturelle Stadt verschiedener ethnischer Gruppen. Shan, Karen, Thais und Burmesen haben sich friedlich vereint und dieser Stadt eine eigene Identität gegeben. Sicherlich, die offiziellen Gebäude gleichen wie ein Ei dem anderen, denen einer anderen belieben Provinzstadt Thailands. Doch die Architektur der privaten Gebäude, die Kleidung, ja sogar die Waren in den Geschäften sind von den unterschiedlichen Bewohnern Mae Hong Son's geprägt. Hinzu kommt der nicht unerhebliche Einfluss der Touristen, welche jährlich eine Rundreise durch diese Provinz unternehmen.

Die Energie der Kulturen steht im Gegensatz zu der verschlafenen Mentalität der Provinz. Für mich eine komplett neue Erfahrung, den vor vielen Jahren empfand ich diese kleine Stadt als verschlafen und vereinsamt. Heute würde ich die Stadt höchstens noch als verträumt bezeichnen. Eben so wie der Traum aus dem man soeben erwacht ist und welcher noch nicht ganz aus den Gedanken verloren ist, die Sonne aber bereits verschmitzt Deine Augenlider kitzelt.

Lesen sie:

1. Tag: Start in Chiang Mai – Besuch bei den heißen Quellen in Pongduet – Pai

3. Tag: Mae Hong Son - Fahrt entlang des Doi Intanon - Chiang Mai

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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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