Das Hilltribe Festival 2011 auf dem Doi Mae Kham

Folklore und Kultur auf dem Doi Mae Kham

Besuch des Hilltribe Festival 2011 auf dem Doi Mae Kham

Besuch des Hilltribe Festival 2011 auf dem Doi Mae Kham

Nachdem wir die erste Nacht unserer Motorradtour mit Kultur in Mae Chan verbracht hatten, sind wir gegen 9:00 Uhr in Richtung der nördlichen Berge aufgebrochen.

Wie bereits erwähnt ist Mae Chan der geeignete Ort um in kurzer Zeit in die Berge zu kommen. Man hat nur etwa 10 Minuten Fahrzeit und den Highway verlassen zu können, um danach gemütlich auf einer der kleineren Landstraßen zu cruisen.
Auch für Trekking oder Wandertouren bietet es sich an von Mae Chan aus zu starten. Die kurzen Fahrzeiten in die Zielgebiete sind ein Genuss und fördern die Erholung.

Unser Tour Plan für diesen Tag war:

Mae Chan – Doi Mae Kham (Hilltribe Festival) – Ban Santikiri auf dem Doi Mae Salong (Übenachtung)

Die gesamte Tagesettape sollte nur 120 km lang sein. Doch die vielen Steigungen, Kurven und die schlechten Straßenverhältnisse ließen ein zügiges Fortkommen nicht zu. Aber das störte keinen von uns, denn die Landschaft war wunderschön. So dauerte es für die ersten 60 km zum Doi Mae Kham etwa 90 Minuten. Natürlich stoppte der ein oder andere um Bilder dieser atemberaubenden Landschaft zu machen, und keiner von uns hatte wirklich Eile das Hilltribe Festival zu erreichen.

Bereits die Anfahrt war landschaftlich wunderschön

Bereits die Anfahrt war landschaftlich wunderschön

Schon während der Anfahrt hatten wir verschiedene Möglichkeiten in den an der Straße gelegenen Dörfern die Menschen dieses Bergrückens kennen zu lernen. Ob Lahu, Akha, Hmong oder KMT (Kuonmingtang Chinesen) – es gab so vieles Interessantes zu sehen. Manchmal hatten wir den Eindruck als unternahmen wir eine Reise in die Vergangenheit.

Ein KMT Chinese beim rauchen einer Zigarette durch den Bong

Ein KMT Chinese beim rauchen einer Zigarette durch den Bong

Am Straßenrand säumten sich die Mexikanischen Sonnenblumen, welche sich wie Unkraut in den nördlichen Gebieten von Mae Hong Son bis Nan ausgebreitet hatten. Die Blüten der mexikanischen Sonnenblumen betupften die Berghänge mit einer goldenen Farbe. Es ging immer weiter in die Berge hinein, die Kurven wurden enger und nach sehr steilen Stücken erreichten wir schließlich den Berg Mae Kham von welchem auch das Dorf seinen Namen abgeleitet hatte.

Es herrschte ein reges Treiben, doch die meisten Besucher dieses Festivals waren von Gruppen dieser ethnischen Minderheiten aus den Bergen. Die Gemeindeverwaltung hatte mit einem solchen Verkehrsaufkommen an Menschen und Fahrzeugen gerechnet, denn es gab viele Ordner welche den Besuchern den Weg zum Parkplatz oder zum Festivalgelände wiesen.

Reges Treiben in dem Dorf Mae Kham

Reges Treiben in dem Dorf Mae Kham

Das Dorf liegt an einem sehr steilen Berghang, so dass man fast von jeder Straße hinab in das Tal sehen konnte. Wäre es nicht so heiß gewesen, könnte man meinen man sei auf einer Alm in der Schweiz, jedoch mit einer wesentlich vielfältigeren Vegetation. Aber solche Vergleiche sind eigentlich sehr subjektiv, da jeder Besucher sicherlich eine andere Erinnerung mitnimmt.

Wir parkten unsere Fahrzeuge im oberen Teil des Dorfes, und mussten den steilen Weg hinunter zum Festgelände gehen. Jeder von uns stöhnte schon über den langen schwierigen Aufstieg gegen Ende der Veranstaltung, dabei waren wir noch nicht mal unten. 😉

Weit unter uns liegt das Festgelände.

Weit unter uns liegt das Festgelände.

Auf dem Festgelände angekommen, waren wir doch sehr überrascht. Es schien doch mehr als 5 Quadratmeter ebene Fläche zu geben. Ein Fußballfeld großer Platz bildete den Rahmen für kulturellen Tänze und Aufführungen der Bergvölker. Der Platz war von einer natürlichen Tribüne umgeben, weil Holzbänke in den Berghang gestellt wurden. Gegenüber des Eingangs zu diesem natürlichen Amphitheater war die Bühne für die VIP Gäste aufgebaut. Rechts daneben gab es kleine Verkaufsstände, welche Getränke und Souvenirs feil boten.

Die VIP Tribüne auf dem Festplatz

Die VIP Tribüne auf dem Festplatz

Die schöne, schlichte Dekoration der Bühne und die vielen bunten Kostüme der Bergvölker rundeten dieses ersten Eindruck ab. Nicht nur die Tanzgruppen der Bergvölker waren in ihrer traditionellen Tracht erschienen, nein auch die Besucher nutzten diesen Tag um ihre schönste Ausgehtracht zu zeigen. Da sich auf der Zuschauertribüne sämtliche Trachten der Lahu, Lisu, Akha und Hmong vermischten, hatte man eine Unmenge an Gelegenheiten mit den Menschen in Kontakt zu treten und diese um ein Foto zu bitten.

Lisu Mädchen in ihrer traditionellen Tracht

Lisu Mädchen in ihrer traditionellen Tracht

Die meisten Hilltribes hatten nichts dagegen, und man hatte den Eindruck sie freuten sich über dieses kurze Gespräch mit einem Gast des Festivals. Meist erhielt man ein kleines Lächeln, oder die Person stellte sich stolz in Pose um photographiert zu werden.

Eine Hmong Frau posiert für ein Foto

Eine Hmong Frau posiert für ein Foto

Nur bei den Akha Besuchern hatte man den Eindruck, dass sie es nicht gerne haben photographiert zu werden. Nachdem wir dass gemerkt hatten, haben wir uns vor den Akha zurückgehalten, denn schließlich wollen wir ja niemanden auf die Nerven gehen.

Die Akha gelten im großen und ganzen als weniger Gastfreundlich als die meisten anderen Hilltribes. Es dauert schon einige Zeit, bis man das Vertrauen dieser Menschen gewinnen kann. Hinzu kommt, dass aus einem alten Glauben heraus ein negatives Verhalten gegenüber der Fotokamera übermittelt ist. Die älteren Akha glauben bis Heute, dass während einer Fotografie die Seele den Ort wechselt. Dieser Glaube ist in der heutigen Zeit ganz nützlich, denn mit einer kleinen Spende in Höhe von 20.- Baht kann die Seele im Körper der Akha bleiben. 😉

Doch nun zurück zu den Festlichkeiten. Die meisten Bergvölker zeigten eine Art Reigentanz. Dabei spielten sie meist ihre eigenen Instrumente. Die Bedeutung der Tänze konnte ich nicht ausmachen. Dadurch wurde es sehr eintönig, denn außer den Kostümen änderte sich kaum etwas an den Bildern der Vorführung. Erst als die Shan oder Tai Jai den Platz betraten, kam wieder etwas Leben in die Runde. Die Shan zeigten einen Ihrer traditionellen Tänze, bei welchem ein Reh Kostüm über zwei Männer gestülpt wird. Das Reh tanzt zu den Rhythmen der Trommeln und Becken. Dabei nimmt es Geldscheine mit dem Mund auf. Dies soll dem Geldgeber Glück, Frieden, Gesundheit und Reichtum geben. Während der Aufführung auf dem Hilltribe Festival konnten wir gleich zwei tanzende Rehe bewundern.

Die Folklore Gruppe der Lisu

Die Folklore Gruppe der Lisu

Gegen Mittag war der erste Teil der Vorführungen beendet und es wurde eine zweistündige Pause eingelegt. Das war nun auch dringend notwendig, denn die Sonne lies es sehr heiß werden. Nun war es Zeit das Dorf zu erkunden, was gleichzeitig bedeutete, dass wir wieder den sehr steilen Berg hinauf mussten. Doch es wäre kein Thai Fest, wenn nicht genügend Essensstände den Weg hinauf gesäumt hätten. Somit war der Aufstieg nur eine Frage der Zeit, denn wir hielten öfters an um Wasser zu kaufen oder um einen kleinen Snack einzunehmen. Auf halber Höhe, war wieder eine kleinere Plattform, auf welcher wir uns zu einem kleinen Picknick niederlassen konnten.
Der Aufstieg war zwar lange, doch lange nicht so anstrengend, wie zuvor gedacht.

Dar Aufstieg in der Mittagshitze war steil, doch lange nicht so anstrengend wie es hier aussieht.

Dar Aufstieg in der Mittagshitze war steil, doch lange nicht so anstrengend wie es hier aussieht.

Der Nachmittag bot in etwa das gleiche Bild wie der Vormittag. Nur die Sonne lies alle Besucher etwas schneller ermüden. So machten wir uns schließlich auf den Weg nach Doi Mae Salong. Leider gibt es im Mae Kham Dorf keine Übernachtungsmöglichkeiten. Etwa 20 km entfernt in Richtung Mae Chan hatten wir zwei Guesthäuser gesehen, doch die lagen irgendwie nicht auf unserer weiter geplanten Route.

Wir fuhren nach Doi Mae Salong, denn von dort war es eine Leichtigkeit am nächsten Tag nach Chiang Mai zu fahren. Außerdem mögen wir dieses traditionelle chinesische Dorf und bleiben ganz gerne eine Nacht auf dem Berg.

Es war ein sehr schöner und lohnenswerter Ausflug zum Hilltribe Festival auf dem Doi Mae Kham. Folklore und Kultur in Verbindung mit einer kleinen Motorradtour – was gibt es schöneres?

Wir kommen bestimmt wieder.


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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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2 Antworten auf Das Hilltribe Festival 2011 auf dem Doi Mae Kham

  1. absoluter Topbeitrag wie alle deine Berichte

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