Der Norden Thailands

Karte Nordthailand

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Verglichen mit den weiten Reis Ebenen und den Palmen oder Mangroven besetzten Küsten Zentralthailands scheint der äußere Norden mit seinen Bergen und tief eingeschnittenen Tälern, den Teak - und Kiefernwäldern und mit seiner Stammesbevölkerung untypisch für das Königreich Thailand zu sein.

Dabei war gerade der Norden das erste Siedlungsgebiet der Thaivölker, nachdem diese Südchina verlassen hatten.
Um nur zwei Orientierungsdaten zu geben; das Königreich Fang wurde 857, das Fürstentum Phayao 1096 gegründet.

Allerdings waren die Thais ethnisch im Norden nur schwach vertreten, weil sie nur die für den Reis anbaufähigen Täler besiedelten und schon bald weiter nach Süden zogen.

Während der Sukhothai-Periode (1238 - 1350) lag das Zentrum Thailands bereits südlich des äußeren Nordens in einem Gebiet, dass physiographisch die obere Zentralregion bildet, planerisch heute aber zur Nordregion (Greater North) gerechnet wird.

Je weiter sich das Zentrum Thailands nach Süden verschob, um so mehr wurde der äußere Norden zum Randgebiet, an welchem die Regierung in Bangkok nur wenig Interesse hatte. Erst fremde Einflüsse, welche unter den Bewohnern Bangkoks Unzufriedenheit schürten, veranlassten die Zentralregierung den Norden verkehrsmäßig und wirtschaftlich an das Kernland anzubinden.

Lisu Bergstamm Fest

Eine fröhliche Nacht bei den Lisu

Heute wird die Region keineswegs mehr als abgelegen betrachtet. Verglichen mit der heißen Zentralebene oder der erstickenden Luft Bangkoks ist das Klima im Norden erfrischend.
Die Wälder, der Wasserreichtum, die farbenfreudig gekleideten Angehörigen der Bergstämme, fleißige Bauern und geschickte Kunsthandwerker haben den Norden zu einem ausgesprochenen Touristengebiet gemacht. Inzwischen kennt man in ganz Thailand das relativ große Naturraumpotential der Nordregionen.

Die nördliche Planungsregion Thailands umfasst eine Fläche von 170.200 km und wird im Norden und Westen von Burma und im Nordosten von Laos eingeschlossen.

Geologisch ist der Norden das Ergebnis weiträumiger Faltungen, Verwerfungen und Anhebungen, in deren Verlauf vulkanische Aktivitäten Lava und granitreiche Magma an die Oberfläche brachten.

Die tief ins Muttergestein eingegrabenen Flüsse transportieren noch immer junges, alluviales Material, mit dem sie Täler und Becken füllen.

Reisanbau in einem der vielen Taeler im Norden Thailands

Reisanbau in einem der vielen Täler im Norden Thailands

Die sich zwischen den Bergzügen hinziehenden Täler hatten und haben wirtschaftlich eine besondere Bedeutung. Durch sie zogen die Reis anbauenden Thaivölker nach Süden, und hier gründeten sie die bis heute von ihnen bewohnten Siedlungen und Städte.

Diese Gebiete sind seither die wirtschaftlich wichtigsten Zonen des Nordens.

In den größten dieser Ebenen stehen heute die Verwaltungsorte der nördlichen Provinzen:

  • Chiang Mai und Lamphun im Tal des Mae Nam Ping,
  • Lampang im Tal des Mae Nam Wang,
  • Phrae im Tal des Mae Nam Yom
  • und Nan im Tal des Mae Nam Nan
  • sowie Chiang Rai im Tal des Mae Nam Kok

In den letzten Jahrzehnten hat sich im Norden Thailands ein fundamentaler Wandel vollzogen, der nicht ohne Auswirkung auf Boden und Vegetation geblieben ist. Die wirtschaftlichen Interessen der thailändischen Bauern in den Tälern lies das Bedürfnis nach kultivierbaren Land steigen. Da die Täler weitgehend schon unter Kultur standen begannen die Thais den Bergstämmen, durch shifting cultivation oder Brandrodungen, entgegen zuarbeiten.

Das Land, welches seit jeher ein Mittel der Bedürfnisbefriedigung gewesen war, wurde zur Ware, die man erwerben und verkaufen, mit der man spekulieren konnte.

Es kam zu ersten Berührungen zwischen beiden Gruppen, zu Auseinandersetzungen und gelegentlichen zu Vertreibungen, zumal die Bergstämme, als nicht thailändische Staatsbürger, kein Land besitzen durften.

Dieser Prozess geht vor allem auf Kosten des Bodens und der natürlichen Vegetation vor sich. Heute ist nahezu aller Primärwald zerstört, der Sekundärwald wird immer schütterer, und wo immer ausgelaugter Boden sich selbst überlassen ist, dringt das Imparatagras vor, während der Bestand an großen Bäumen zusehends zurückgeht.

Nach Schätzungen der Weltbank hat sich die Kulturfläche der Region inzwischen auf
5,3 Millionen Hektar erweitert, was nur durch einen erheblichen Rückgang der Waldfläche erreicht werden konnte.

Die Topographie des äußeren Nordens hat von Alters her den Transport mit Trägern gefordert, während der Ochsenkarren auf die Talstraßen und die Vorberge beschränkt blieb.

Abendhimmel ueber Chiang Mai

Abendhimmel über Chiang Mai

Dennoch durchziehen uralte Handelswege die Region, die einst Chiang Mai als wichtigstes Zentrum mit Burma, Südchina, Laos und selbst mit Tibet verbanden. Auch durch den inneren Norden lief eine alte Handelsstraße, die Laos über Sukhothai mit der birmanischen Küste (Moulmein und Pegu) verband. Häufige Grenzschließungen durch die Nachbarstaaten haben verhindert, dass diese Wege gänzlich durch den modernen Verkehr übernommen wurden.

Tatsächlich haben Straße, Eisenbahn und Flugzeug das Verkehrsbild nur marginal verändert, weil diese Art von Infrastruktur im Bergland keine Flächenwirkung hatte.

Als erstes modernes Transportmittel erreichte die Eisenbahn von Bangkok aus den Rand der Berge im Jahre 1909 und die Stadt Chiang Mai 1921.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als Bangkok den Straßenbau vorantrieb, wurde die Region an das nationale Straßennetz angeschlossen, und man kann heute die Nordgrenze von der Hauptstadt aus über eine gute Straße von 1.010 km Lange erreichen.

Man gewinnt den Eindruck, das der Norden Thailands einem raschen und gründlicheren Wandel entgegen geht als jede andere Region des Königreichs Thailands. Das mag daran liegen, dass es lange Zeit von tiefgreifenden Änderungen verschont geblieben ist.

Trotz vieler Veränderungen ist diese Region seiner Kultur weitgehend treu geblieben. Man kann im Norden immer noch das Erbe der unterschiedlichen, aber dennoch authentischen Völker Thailands finden.


Nordthailand Karte gefunden bei: GEO Reisecommunity
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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien – und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.

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