Bergvölker in Thailand

Bergmenschen

Bergmenschen bei der Arbeit

In den nördlichen Provinzen Thailands, insbesondere aber in Chiang Mai, Chiang Rai, Mae Hong Son und Nan haben die Bergvölker Thailands eine neue Heimat gefunden. Unter „Bergvölker“ als Oberbegriff werden die migrierten Volksstämme zusammen gefasst, auch wenn sie nicht ausschließlich in den meist unzugänglichen Bergregionen lebten.

Die meisten Bergvölker stammen ursprünglich aus der südlichen Gegend von Tibet. In den stammeseigenen Legenden bezeichnen sich diese Volksgruppen als die „echten Menschen“.
Je nach Theorie, sind diese Stämme über Chinas Mitte in den Süden Chinas weiter gezogen. Weil die Nomadenstämme mit ihrer Brandrodung die Gebiete förmlich aussaugten, waren sie ständig auf der Suche nach neuen Gebieten und besseren Lebensbedingungen. Bis sie schließlich die nördlichen Grenzen von Laos und Thailand erreichten.

Wanderwege der Bergvölker

Migration Route der Bergvölker (zum vergrößern bitte anklicken)

Meist besetzten Sie in diesen Ländern die steilen Hänge (Hmong oder Akhas) und tiefe Täler (Karen oder Lahu). Die Gegend um das heutige goldene Dreieck, wurde zum Zentrum des Anbaus der Bergnomaden.
Nach ihrer Ankunft in Thailand hatten sie sich zunächst in bis dahin nicht oder nur dünn besiedelten Regionen im Norden niedergelassen. Erst als die Thai mehr und mehr eigenes Land beanspruchten, wurden sie in die weniger attraktiven Berge abgedrängt.

Das enge Zusammenleben der unterschiedlichen Stämme, lässt sich auf das kulturelle Erbe der Bergvölker zurückführen, da sie doch alle aus den gleichen Regionen abstammen.
Sämtliche Gruppen haben in ihrer Geschichte große Strecken zurückgelegt, was wegen ihres Raubbaus auch notwendig war. Die thailändische Regierung ist jedoch seit Jahren bemüht diese Art von Anbau zu verändern indem sie eine geordnete Landwirtschaft lehrt.
Die erste ernsthafte Beachtung, die die Bergvölker seitens der thailändischen Regierung erhielten, war 1959 mit der Gründung eines Nationalkomitees, welches sich um die Belange der Bergvölker kümmern sollte.

Trotz dieser Bemühungen haben die Bergvölker weiterhin schlechten Zugang zu Bildungseinrichtungen, verfügen über weniger ärztliche Versorgung und haben niedrigere Einkommen. Weil die Gruppen kulturell relativ isoliert leben, fehlt ihnen außerdem das Gefühl einer nationalen Identität. Viele sprechen kein Thai, weniger als ein Viertel besitzt die thailändische Staatsbürgerschaft.

Viele Thais sehen sich selbst als die besseren Menschen, und im sozialen Denken der Thais stehen sie deshalb kulturell und ethnisch über den Menschen der Bergstämme. Allzu häufig benutzen die Thai andere, wenig schmeichelhafte Namen für die Bezeichnung dieser Volksgruppen. Die Bezeichnung Khun Doi (deutsch = Bergmensch, thailändisch = คนดอย) ist im eigentlichen Sinne richtig, hat aber in Thailand den Beigeschmack eines armen, kulturell und sozial nicht gleichwertigen Menschen.

Entgegen aller sozialen Hindernisse, müssen die Bergvölker sich mit den Thais arrangieren, weil sie auf den Handel mit den Thais und auf die Infrastruktur der Thais angewiesen sind.

Dies führt auf der anderen Seite aber eher dazu. Dass die Bergvölker, durch das nahe Zusammenleben mit den Thais, ihre eigene Kultur vernachlässigen. Sie verlieren ihr kulturelles Erbe, ihre eigenen Identität und Sitten, welche seit über 2.000 Jahren Teil ihres Lebens waren.

Black Hmong

Frauen der Black Hmong Volksgruppe

Weitere Generationen werden ihre Stammeskultur wohl im Nebel verschwinden sehen, wie viele andere Urstämme zuvor. Und wieder einmal wird ein kulturelles Erbe ein Fall für die Geschichtsbücher.

Externe Links:

Kartenmaterial von: Virtual Hilltribe Museum Online

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Über JoJo

Thailand, das Land der Freien - und ich habe das Glück seit 20 Jahren mit diesen freundlichen Menschen zu leben.
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